Umfrage

Irrglaube über Alkoholismus weit verbreitet

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Alkohol ist gefährlicher als viele Menschen glauben.

Baierbrunn - Ein Gläschen in Ehren - doch Alkohol ist gefährlicher als viele Menschen glauben. Eine Umfrage ergibt: Ziemlich viele Menschen ahnen, dass sie zu viel trinken - meinen aber, Alkoholismus entstehe erst nach regelmäßigen Vollräuschen.

Alkoholismus wird einer Umfrage zufolge weithin unterschätzt. Jeder Dritte meint, Abhängigkeit entstehe erst durch häufige Trinkexzesse bis fast zum Vollrausch. Das ergab eine am Dienstag veröffentlichte repräsentative Umfrage des Gesundheitsportals apotheken-umschau.de. Zugleich gibt aber etwa jeder Achte zu, wegen seines Alkoholkonsums schon ein schlechtes Gewissen gehabt zu haben. Für die Umfrage befragte die GfK Marktforschung Nürnberg 1977 Frauen und Männern ab 14 Jahren. Bei den 14- bis 19-Jährigen meinte sogar jeder Zweite, um vom Alkohol wirklich abhängig zu werden, müsse man sich „bestimmt über einen längeren Zeitraum immer wieder fast bis zum Vollrausch betrinken".

„Das stimmt nicht", sagte Michaela Goecke, Leiterin des Referats für Suchtprävention in der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) laut Mitteilung. „Häufiges Rauschtrinken kann zwar das Suchtrisiko erhöhen, aber meist entsteht eine Sucht schleichend." In der Regel ebne ein regelmäßiger Konsum, der sich langsam erhöht, den Weg in die Abhängigkeit.

Etwa jeder Zehnte der Befragten trinkt eigenen Angaben zufolge abends regelmäßig Alkohol, um abschalten zu können. 15,7 Prozent fällt es am Abend oder in Gesellschaft schwer, auf das gewohnte Gläschen zu verzichten. Männer gaben eher als Frauen an, zu viel zu trinken oder sich darüber Gedanken zu machen. Es gebe keinen risikolosen Gebrauch von Alkoholika, schreibt das Gesundheitsportal.

Immerhin sagten drei Viertel der Befragten, es gebe immer wieder längere Zeiten, etwa einige Wochen, in denen es ihnen nichts ausmache, gar keinen Alkohol zu trinken. Mit zunehmendem Alkoholkonsum steigt die Gefahr für zahlreiche akute und chronische gesundheitliche Probleme, für psychosoziale Störungen, sozialen Abstieg und Verelendung.

dpa

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