Artenschutzkonferenz

Die Jagd auf Tiger geht weiter

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Das Geschäft mit Tiger-Produkten boomt.

Bangkok - Der Tiger ist in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht und wird seit Jahren geschützt. Der illegale Handel mit Knochen, Zähnen und Krallen blüht aber. Verbrechersyndikate schmuggeln sogar lebende Tiere.

Das illegale Geschäft mit Tiger-Produkten blüht trotz eines weltweiten Handelsverbots. Jedes Jahr jagen Wilderer nach neuen Schätzungen 110 Tiger, berichten Tierschützer. In den vergangenen drei Jahren seien sogar Schmuggler mit 61 lebenden Tieren erwischt worden, davon die Hälfte in Thailand. Diese Zahlen präsentierten die Organisation Traffic, die den Tier- und Menschenschmuggel bekämpft, und die Umweltstiftung WWF am Donnerstag bei der Cites-Artenschutzkonferenz in Bangkok.

Seit dem Jahr 2000 seien in Asien 654 Tigerteile beschlagnahmt worden. Darunter waren Knochen, Zähne, Felle und Krallen, wie es in dem Bericht heißt. Was Zöllner und Polizei finden, dürfte nur die Spitze des Eisbergs sein. Die Autorinnen schätzen, dass Wilderer in der Zeit 1425 Tiger abschossen haben.

Die Nachfrage kommt vor allem aus Asien: Felle und Köpfe sind bei Teilen der wohlhabenden Bevölkerungsschicht als Trophäen beliebt. Weil der Tiger ein mächtiges Tier ist, gelten Tigerknochen, Augen und Zähne als Wundermittel der Medizin. Sie sollen von Schlaflosigkeit bis Malaria helfen - auch wenn es dafür keinerlei wissenschaftlichen Anhaltspunkte gibt.

Vor 100 Jahren gab es in ganz Asien Tiger. Heute gibt es die Tiere nur noch in 13 Ländern, von Indien bis Vietnam. In freier Wildbahn leben nach Schätzungen nur noch 3200 Tiere. "Wenn mehr Daten systematisch erhoben und unter den Ländern ausgetauscht würden, könnte man im Kampf gegen die Schmuggelsyndikate, die hinter der Tigerwilderei stecken, vorankommen", meint Natalia Pervushina, eine der Autorinnen des Berichts.

dpa

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