Erschreckendes Studienergebnis

Jeder dritte Schüler mit depressiven Stimmungen

- Leistungsdruck, Schulstress und das belastende Klima in der Klasse führt bei vielen Schülern in Deutschland zu depressiven Stimmungen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie. Besonders betroffen sind dabei Haupt- und Realschüler, sowie Schüler mit Migrationshintergrund.

Jeder dritte Schüler leidet an depressiven Stimmungen, fühlt sich unverstanden oder antriebslos. Das ergab eine am Donnerstag vorgestellte Gesundheitsstudie der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) und der Leuphana Universität Lüneburg. Oft hängen die Probleme danach mit belastendem Klima in der Klasse, Schulstress und Leistungsdruck zusammen.

Haupt- und Realschüler sind stärker betroffen als Gymnasiasten. Bei Schülern mit Migrationshintergrund ist der Anteil der Betroffenen mit 36 Prozent besonders hoch. Dabei steigt der Anteil der Schüler mit depressiven Stimmungen von 23 Prozent im elften Lebensjahr auf 33 Prozent im 18. Lebensjahr stetig an. Markante Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen gibt es hier nicht.

„Die Betroffenen verfügen häufiger über ungünstige Bewältigungsstrategien im Umgang mit Problemen“, erklärte Leuphana-Projektmanagerin Silke Rupprecht. „Mehr als doppelt so viele Jungen und Mädchen mit depressiven Stimmungen (37 Prozent) gehen Problemen lieber aus dem Weg, anstatt sie aktiv zu lösen - gegenüber 18 Prozent der Befragten ohne depressive Stimmungen.“ Dieses Vermeiden könne aber zur Stabilisierung der psychischen Probleme beitragen.

Als Symptome für eine schwerwiegende Depression gelten etwa Interessensverlust, verminderter Antrieb, ein frühes Erwachen, ein morgendliches Tief, sowie Appetit- und Gewichtsverlust, die über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen bestehen. Auch Reizbarkeit, ausgeprägter Alkoholkonsum oder zwanghaftes Verhalten könnten Indizien sein. Bei depressiven Stimmungen können diese Symptome vereinzelt auftreten, sind aber meistens weniger schwer ausgeprägt und bestehen über einen kürzeren Zeitraum.

DAK und Leuphana empfehlen gezielte Vorbeuge- und Interventionsmaßnahmen. Dazu gehört die Stärkung von Lebenskompetenzen der Schüler, Fortbildungen für Lehrer und Informationsangebote für die Eltern. Diese sollten die Gefühle ihrer Kinder akzeptieren, das Gespräch suchen und schon früh die Eigenständigkeit fördern. Rituale in der Familie könnten dem Kind Sicherheit geben. Es gelte, konkretes Verhalten und Ergebnisse zu loben. Auch sportlicher Ausgleich könne helfen, raten die Experten.

Immerhin bejahten 78 Prozent der befragten Schüler ganz oder zumindest überwiegend die Aussage: „Mein Leben macht Spaß!“ Befragt wurden 5840 Schüler an 25 Schulen in sieben Bundesländern. Die Studie entstand im Rahmen der DAK-Initiative „Gemeinsam gesunde Schule entwickeln“.

dpa

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