Sternenhimmel im Januar

Jupiter beherrscht den Nachthimmel

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Hannover - Jupiter umläuft die Sonne weit außerhalb der Erdbahn und braucht für einen Umlauf rund zwölf Jahre. Mit einem Durchmesser von 143.000 Kilometern ist er der größte aller Sonnenplaneten – in seinem Inneren hätten 1300 Erdkugeln Platz. Im Januar beherrscht den Nachthimmel.

Wenn das neue Jahr beginnt, hält sich die Sonne noch in den niedrigsten Teilen des Tierkreises auf. Sie wandert dabei durch den Schützen und erreicht am 20. das nächste Tierkreissternbild, den Steinbock. Zum Monatsende bleibt die Sonne bereits eine gute Stunde länger am Himmel als am Neujahrstag.

Der Mond zieht am 1. Januar als Neumond zusammen mit der Sonne über den Taghimmel und bleibt damit natürlich unsichtbar. Aber bereits am Abend des 2. kann man die haarfeine Sichel des jungen Mondes wieder in der Dämmerung erspähen. An diesem Abend bietet sich ein besonders hübscher Anblick, wenn die Mondsichel dicht über dem hellen Abendstern Venus steht. Etwa ab 17 Uhr lässt sich dieses Gestirnspaar niedrig über dem Sonnenuntergangspunkt beobachten – eine Szene, die auch schöne Motive für die Kamera liefern kann. Viel später darf man aber nicht Ausschau halten, weil Venus bereits um 17.47 Uhr untergeht.

Das erste Viertel erreicht der Mond am 8. im Sternbild der Fische. An diesem Abend steht der Halbmond kurz vor 19 Uhr im Süden. Auf seiner rechten, beleuchteten Hälfte kann man jetzt eine Art „Mondmann“ erkennen, der von dunklen Tiefebenen des Mondes (sogenannten maria) gebildet wird. Lohnend ist auch ein Blick mit dem Fernglas. Damit lassen sich besonders an der Schattengrenze bereits zahlreiche Krater erkennen.

In den Nächten vom 14. und 15. steht der schon fast voll beleuchtete Mond nahe beim Planetenriesen Jupiter. Vollmond selbst tritt am 16. im Sternbild der Zwillinge ein. Aufgrund seiner hohen Stellung im Tierkreis zieht der Mond in dieser Nacht einen besonders langen Bogen über den Himmel.

Nach dem 22. zeigt sich der abnehmende Mond nur noch am Morgenhimmel. Dort steht er am 23. nahe dem Planeten Mars und Spica, dem Hauptstern der Jungfrau. Hübsch anzusehen ist dabei der Farbkontrast zwischen dem rötlich getönten Mars und der blauweißen Spica. Am 24. erreicht der Mond im Sternbild der Jungfrau das letzte Viertel und begegnet am Morgen des 25. dem Ringplaneten Saturn im Sternbild der Waage. Am 29., einen Tag vor Neumond, lässt sich die schmale Sichel des abnehmenden Mondes zum zweiten Mal in diesem Monat bei Venus sehen. Zu beobachten ist diese hübsche Konstellation ab 7 Uhr bis in die helle Dämmerung tief im Südosten.

Venus wird am 2. Januar als Abendstern beschrieben, am 29. dagegen als Morgenstern. Beides ist richtig, denn der Planet wechselt in diesem Monat in Bezug auf die Sonne die Seiten: In den ersten Januartagen steht die Venus noch östlich (links) vom Tagesgestirn und ist damit kurz in der Abenddämmerung sichtbar. Am 11. zieht sie unbeobachtbar dicht an der Sonne vorüber – man spricht hier von „unterer Konjunktion“ – und wechselt dann auf die westliche, rechte Seite der Sonne. Sie geht damit vor der Sonne auf und erscheint ab der Monatsmitte als Morgenstern tief im Südosten.

Ebenso wie der Mond zeigt auch die Venus Lichtphasen. Steht sie von der Erde aus gesehen jenseits der Sonne, so wird sie voll beleuchtet – es ist „Vollvenus“. Tritt sie bei einer unteren Konjunktion wie jetzt am 11. zwischen Erde und Sonne, dann zeigt sie uns nur ihre unbeleuchtete Rückseite und es ist Neuvenus. Anfang Januar, kurz vor der unteren Konjunktion, und ebenso wieder nach der Monatsmitte lässt sich ihre feine Sichel sogar im Fernglas erkennen. Schon Galilei hat im Jahr 1610 die Phasen der Venus im Fernrohr beobachtet.

Der noch sonnennähere Merkur kann ebenso wie die Venus sowohl am Abend- wie am Morgenhimmel stehen, hält sich allerdings meistens unbeobachtbar dicht bei der Sonne auf. In der letzten Januarwoche entfernt er sich aber weit genug von ihr, um als wenig auffälliges Sternchen in der Abenddämmerung tief im Südwesten zu erscheinen. Die günstigste Beobachtungszeit liegt kurz vor 18 Uhr.

Den Nachthimmel beherrscht jetzt der Planet Jupiter. Mit seiner imposanten Helligkeit übertrifft er alle Fixsterne und ist daher leicht zu identifizieren. Jupiter steht zur Zeit im Sternbild der Zwillinge und erreicht am 5. seine Oppositionsstellung. Er steht der Sonne dann also am Himmel genau gegenüber und lässt sich daher besonders gut beobachten. Schon bald nach Sonnenuntergang wird er tief im Nordosten sichtbar, leuchtet dann gegen Mitternacht hoch am Südhimmel und sinkt erst am Morgen bei Sonnenaufgang im Nordwesten wieder unter den Horizont.

Jupiter umläuft die Sonne weit außerhalb der Erdbahn und braucht für einen Umlauf rund zwölf Jahre. Mit einem Durchmesser von 143.000 Kilometern ist er der größte aller Sonnenplaneten – in seinem Inneren hätten 1300 Erdkugeln Platz. Anders als die erdähnlichen Planeten von Merkur bis Mars, zählt Jupiter zu den Gasriesen des Sonnensystems, die vor allem aus Wasserstoff und Helium bestehen. Eine feste Oberfläche besitzt Jupiter nicht. Seine wolkenreiche Atmosphäre reicht bis in 1000 Kilometer Tiefe und zeigt schon in Amateurfernrohren viele Details wie farbige Bänder und den berühmten Großen Roten Fleck, einen gewaltigen Sturmwirbel, der bereits seit Jahrhunderten beobachtet wird. Rund 70 Monde gehören zu Jupiters Reich. Die vier hellsten (Io, Europa, Ganymed und Kallisto) sind bereits im Fernglas als schwache Sternchen dicht neben Jupiter zu erkennen.

Unsere Karte zeigt den Anblick des Januarhimmels gegen 22 Uhr. Besonders lohnend ist dann der Blick nach Süden. Dort haben sich jetzt alle Wintersternbilder mit ihren vielen hell funkelnden Sternen versammelt. Im Zentrum steht der Orion, umgeben von Stier, Fuhrmann, den Zwillingen und dem Großen und Kleinen Hund. Der Große Wagen ist im Nordosten zu finden und rechts daneben ist mit dem Löwen ein erster Vorbote des Frühlings aufgegangen.

Sternschnuppenfreunde sollten sich die Nacht vom 3. auf den 4. Januar vormerken. Dann erreicht der Meteorstrom der Quadrantiden ein spitzes Maximum. Die meisten Quadrantiden werden in den Morgenstunden zu sehen sein, wenn ihr Ausstrahlungspunkt hoch am Osthimmel steht.

Von Volker Kasten

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