Ende der Winterzeit

Jupiter verschwindet im März vom Abendhimmel

- In den vergangenen Monaten war Jupiter am Abendhimmel stets gut sichtbar - Ende März gibt er seine Abschiedsvorstellung. Zuvor präsentiert der Riesenplanet jedoch noch ein kurzes Schauspiel mit dem Merkur. Hobby-Astronomen sollten ihr Fernglas zücken.

Im März präsentieren Jupiter und Merkur ein kurzes Schauspiel am Westhorizont. Der hell leuchtende Riesenplanet, der in den vergangenen Monaten den Abendhimmel dominierte, gibt bereits seine Abschiedsvorstellung. Anfang März geht Jupiter kurz vor halb neun Uhr abends unter, am 20. aber bereits eine Stunde früher. Danach wird man vergeblich nach Jupiter Ausschau halten.

Der flinke Merkur ist Mitte März am Abend gut zu sehen. Der sonnennächste Planet tritt immer nur wenige Tage im Jahr entweder in der Abenddämmerung tief am Westhimmel oder in der Morgendämmerung knapp über dem Osthorizont auf. Vom 10. bis 28. zeigt sich Merkur etwa eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang knapp über dem Westhorizont. Am leichtesten ist er in den Tagen vom 15. bis 24. zu erspähen. Zu einer Begegnung mit Jupiter kommt es am 16., wo Merkur etwa zwei Grad nördlich an dem Riesenplaneten vorbeizieht. Ein Fernglas kann hilfreich sein, dieses Planetentreffen zu beobachten.

Merkur ist mit nur 4878 Kilometer Durchmesser, dies entspricht einem Drittel des Erddurchmessers, der kleinste der acht Planeten unseres Sonnensystems. In nur drei Monaten rast er einmal um die Sonne. Einmal in 59 Tagen dreht er sich um seine Achse. Ein Tag auf Merkur, also die Zeit von einem Sonnenaufgang bis zum nächsten, dauert 176 irdische Tage. Die Ellipsenbahn von Merkur weicht am stärksten von allen Planetenbahnen von der Kreisform ab.

Merkur besitzt keine Atmosphäre. Seine kraterübersäte, tote Gesteinsoberfläche ist gnadenlos den Strahlen der Sonne ausgesetzt. Merkur zeigt die größten Temperaturunterschiede aller Planeten. Am Tag erhitzt sich die trostlose Merkurlandschaft auf 427 Grad Celsius, nachts sinkt die Temperatur des Gesteins auf minus 183 Grad ab.

Mit Spannung erwarten die Astronomen den 17. März. An diesem Tag soll die amerikanische Raumsonde „Messenger“ (Botschafter) nach siebenjähriger Reise in eine Umlaufbahn um Merkur einschwenken und zu einem künstlichen Merkurmond werden. Merkur besitzt wie Venus auch keinen natürlichen Trabanten.

Nach wie vor am Morgenhimmel sichtbar ist Venus, unser innerer Nachbarplanet. Allerdings wird sie immer unauffälliger. Gut sichtbar und eindrucksvoll sind die beiden Begegnungen mit der schmalen Sichel des abnehmenden Mondes am 1. und am 31. März über dem Südosthorizont. Saturn in Sternbild Jungfrau kann fast die gesamte Nacht über gesehen werden, sieht man von den frühen Abendstunden einmal ab.

Neumond tritt am 4. um 21:46 Uhr ein. In Erdferne mit 406.580 Kilometer Distanz befindet sich unser Nachbar im All am 6. März. Die Vollmondposition wird am 19. um 19:10 Uhr erreicht. Nur eine knappe Stunde später kommt der Mond mit 356.580 Kilometer Entfernung in extreme Erdnähe. Dies bedingt, dass wir im März den scheinbar größten Vollmond des Jahres 2011 sehen.

Das Zusammenfallen von Vollmond und Erdnähe bewirkt die stärksten Gezeiten. Mit Springfluten ist zu rechnen. Die feste Erdoberfläche wird zweimal innerhalb von 25 Stunden um mehr als einen halben Meter angehoben, was tektonische Beben oder vulkanische Eruptionen auslösen kann.

Die abendliche Sternbildszenerie deutet auf das Ende der Winterzeit. Der Himmelsjäger Orion und der Große Hund mit dem hellen Sirius bereiten sich im Südwesten auf ihren Untergang vor. Weit im Westen leuchtet noch Aldebaran im Stier. Das Frühlingsbild des Löwen hat fast die Mittagslinie erreicht. Im Osten funkelt Arktur im Bootes und im Südosten leuchtet die bläuliche Spica in der Jungfrau. Mit Regulus im Löwen, Arktur und Spica ist somit in der östlichen Himmelshälfte das komplette Frühlingsdreieck vertreten. Der Große Wagen steht steil über unseren Köpfen während das Himmels-W, die Kassiopeia, weit im Nordwesten ihren Platz einnimmt.

Die Sonne klettert immer höher. Am 12. verlässt sie das Sternbild Wassermann und wechselt in das Sternbild der Fische. Am 21. überschreitet sie exakt um 0:21 Uhr den Himmelsäquator von Süd nach Nord. Dieser Zeitpunkt markiert den astronomischen Frühlingsbeginn, die Tagundnachtgleiche tritt ein. Der Frühlingspunkt liegt im Sternbild Fische und markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Widder. Der Widderpunkt wandert rückläufig in knapp 26 000 Jahren durch alle dreizehn Tierkreissternbilder.

Am Sonntag, 27. März, sind die Uhren um 2 Uhr morgens eine Stunde auf 3 Uhr vorzustellen, die Sommerzeit beginnt. Sie geht im Vergleich zur Weltzeit (UT) um zwei Stunden vor.

dpa

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