Göttinger finden erdähnlichen Planet

War auf Kepler 444 Leben möglich?

Foto: Seit Urzeiten im Universum: Der Stern Kepler 444 und seine fünf Planeten.

Göttingen - Sie sind weit weg und unserem Heimatplaneten doch ähnlich: Rund 117 Lichtjahre entfernt kreisen fünf Planeten um den Stern Kepler 444. Was Wissenschaftler um das Max-Planck-Institut und die Universität Göttingen da entdeckt haben, ist eine astronomische Sensation.

Die fünf Trabanten, die um den Keppler 444kreisen, sind etwa so groß wie die Erde. Was Wissenschaftler um das Max-Planck-Institut und die Universität Göttingen da entdeckt haben, ist eine astronomische Sensation: Es handelt sich um das älteste bekannte Sonnensystem mit erdgroßen Planeten. Die Göttinger Sternenforscherin Saskia Hekker hält es sogar für möglich, dass sich dort Leben entwickeln konnte.

Mit 11,2 Milliarden Jahren ist Kepler 444, das nach dem Weltraumteleskop Kepler benannt wurde, zweieinhalbmal so alt wie unser Sonnensystem. „Wir haben hier in Göttingen die Schwingungen des Sterns untersucht“, sagt Saskia Hekker vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS). Diese Schwingungen, die von Schallwellen aus dem Inneren des Sterns erzeugt werden, produzieren winzige Helligkeitsschwankungen im Licht. Diese Schwankungen könne das Weltraumteleskop feststellen. Wissenschaftler wie Saskia Hekker und ihr Kollege Timothy White von der Universität Göttingen können daraus entscheidende Schlussfolgerungen ziehen: „Ihnen können wir Durchmesser, Masse und Alter des Sterns entnehmen“, sagt Hekker, die seit Anfang des Jahres die Max-Planck-Forschungsgruppe „Das Alter der Sterne und galaktische Evolution“ leitet. Der Zentralstern im Sternbild Lyra ist demnach um rund ein Viertel kleiner als unsere Sonne - und zudem um einiges kälter. Außerdem konnten die Forscher das Größenverhältnis des Sterns und seiner Planeten berechnen.

Über einen Zeitraum von vier Jahren richtete das Weltraumteleskop Kepler, das seit 2009 auf seiner Umlaufbahn um die Sonne nach Planeten außerhalb des Gravitationsfelds der Sonne sucht, immer wieder seinen Blick auf den nach ihm benannten Stern mit der Nummer 444. „Die neue Entdeckung hat weitreichende Folgen für unser heutiges Bild des Universums“, betont Tiago Campante von der Universität Birmingham, der die Studie leitete. Sie beweise, dass während des Großteils der etwa 13,8 Milliarden Jahre währenden Geschichte des Universums Planeten von erdähnlicher Größe entstanden sind.

Damit auf Planeten Leben möglich ist, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. So müssen sie sich in der bewohnbaren, Zone befinden. Das heißt, dass der Planet sich so weit entfernt von seinem Stern befinden müsse, dass Wasser dauerhaft in flüssiger Form vorliegen kann, erläutert Hekker. Diese Bedingung sei beim Planetensystem um Kepler 444 erfüllt. Zudem bestünden die Planeten aus Gestein und nicht aus Gas. Um Leben zu ermöglichen, muss darüber hinaus eine entsprechende Atmosphäre existieren. „Über die Atmosphäre wissen wir bei Kepler 444 allerdings leider nichts“, sagt Hekker.

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