Studie

Klimawandel bedroht arktische Küsten

- Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Geesthacht warnen vor einer Zunahme der Erosion an den arktischen Küsten. Der Klimawandel bedrohe nicht nur das Eis der Polkappen, sondern auch die Küsten in den arktischen Dauerfrostgebieten, heißt es in einer Studie zum Zustand der arktischen Küsten, die jetzt erstmals veröffentlicht wurde.

Dafür haben die Geesthachter Wissenschaftler gemeinsam mit Forschern vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven seit dem Jahr 2000 mehr als 100 000 Kilometer und damit rund ein Viertel aller arktischen Küsten untersucht.

Besonders dramatische Veränderungen seien in der Laptevsee im Nordosten Russlands, der Ostsibirischen und der Beaufortsee festgestellt worden, heißt es in dem Bericht. Dort seien Erosionsraten von bis zu acht Metern pro Jahr beobachtet worden, der Durchschnittswert aller arktischen Küsten liege bei einem halben Meter pro Jahr. Besonders stark betroffen sind nach Angaben des Helmholtz-Zentrums die Küsten, die nicht aus Fels, sondern aus dauerhaft gefrorenem Permafrostboden bestehen. Das sind etwa zwei Drittel der arktischen Küsten.

Grund für die Bedrohung ist das durch den Klimawandel bedingte Abschmelzen der ausgedehnten Meereisflächen, die bislang die Küsten vor der erodierenden Kraft der Wellen geschützt haben. Dadurch müsse mit schnellen Veränderungen einer über Jahrtausende stabilen Situation gerechnet werden, warnen die Wissenschaftler. Dadurch könnten sich auch die ökologischen Bedingungen für Wildtiere wie die großen Karibuherden des Nordens oder die Süßwasserseen in Küstennähe verändern.

An dem 170 Seiten starken Bericht haben über das beim Helmholtz-Zentrum angesiedelte internationale Verbundprojekt „Land-Ocean Interactions in the Costal Zone“ (LOICZ) mehr als 30 Wissenschaftler aus zehn Ländern mitgearbeitet. „Die Arktis entwickelt sich immer mehr zu einem Spiegel verschiedener Treiber des globalen Wandels und zum Zentrum weltweiter Wirtschaftsinteressen“, sagte der Leiter des Projektbüros, Hartwig Kremer.

dpa

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