Sichere Ankühlung

So lassen sich Badeunfälle verhindern

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Badegäste genießen den Sommer am Blauen See in Garbsen.

Hannover - Tausende Menschen suchen derzeit eine Abkühlung im See oder Meer. Manchmal endet der unbeschwerte Ausflug in einer Katastrophe. Was tun, um gefährliche Schwimmunfälle zu verhindern?

Eine Erfrischung im Badesee oder Meer kann schnell bedrohlich werden. Nach Angaben der Polizei sind in Niedersachsen allein am Montag mindestens drei Schwimmer ums Leben gekommen. Fragen und Antworten rund um den sicheren Ausflug ins kühle Nass:

Worauf sollten Badegäste achten? Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) empfiehlt bewachte Badestellen. An allen anderen Gewässern sollten Ausflügler nicht alleine ins Wasser gehen. „Auch dem geübtesten Schwimmer kann etwas passieren. Wasser ist eine tolle Sache, aber immer verbunden mit Gefahr“, sagt der Geschäftsführer des niedersächsischen DLRG-Landesverbandes Michael Cuypers. An der Küste sollten Badegäste auf Ebbe und Flut achten. Immer wieder gebe es gefährliche Situationen, weil Menschen Strömungsverhältnisse falsch einschätzten.

Wer ist besonders gefährdet? Ungeübte Schwimmer und Nichtschwimmer, Kinder, ältere Menschen und Kranke haben ein höheres Risiko. Sie sollten besondere Vorkehrungen treffen.

Was genau können sie tun? „Kinder sollten möglichst früh schwimmen lernen und ihre Fähigkeiten trainieren“, rät Cuypers. Älteren Menschen empfiehlt die DLRG einen Gesundheitscheck, denn bei Herz-Kreislauf-Problemen könne Baden lebensbedrohlich werden. Wer Alkohol getrunken hat, sollte ebenfalls besser an Land bleiben. Ungeübten Schwimmern rät die DLRG, nie alleine baden zu gehen. Für Nichtschwimmer gibt es Schwimmhilfen.

Was ist besonders gefährlich? Kopfsprünge in unbekannte Gewässer können lebensgefährlich sein. Neben der Gefahr, etwa auf Steine zu prallen, gilt auch der plötzliche Temperaturunterschied als bedrohlich. „Man sollte sich unbedingt abkühlen, damit der Kreislauf nicht geschockt wird“, sagt Cuypers. Riskant werde es immer, wenn man seine eigenen Kräfte falsch einschätze.

Stellt die Wasserqualität auch eine Gefahr dar? Die Seen in Niedersachsen sind nach Angaben des Gesundheitsamtes insgesamt sauber. Nur für Badestellen am Laascher und Gartower See in Niedersachsen gelten derzeit Badeverbote. Im zwei anderen Seen wurden an manchen Stellen Blaualgen festgestellt. Sie können allergische Reaktionen und Magendarm-Probleme auslösen. Badegäste sollen die entsprechenden Bereiche meiden. Der ADAC untersuchte jüngst die Keimkonzentrationen im ufernahen Flachwasser von fünf Badeseen rund um Hannover. Er bewertete zwei mit sehr gut, drei mit ausreichend.

Wie viele Badegäste sind ums Leben gekommen? Allein am Montag hat die Polizei drei tote Schwimmer gemeldet. Gesamtzahlen für das laufende Jahr sind nicht bekannt, da die DLRG ihre Zahlen erst zum Ende der Badesaison veröffentlicht. Im vergangenen Jahr sind in Niedersachsen mindestens 58 Menschen ertrunken, wie die Organisation in ihrer Statistik aufführt.

dpa/frs

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