„Fatale Abwärtsspirale“

Löwen-Expertin: König der Tiere ist bedroht

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Foto: Die Jagd auf Löwen lassen sich Jäger einiges kosten: Bis zu 10.000 Euro zahlen sie, um in Afrika eine Großkatze zu schießen.

Addis Abeba - Zehntausende Euro zahlen Jäger, um in Afrika einen Löwen zu schießen. Auch Wilderer und der schrumpfende Lebensraum machen dem König der Tiere zu schaffen. Ergebnis: Die Großkatzen sind sehr bedroht.

Der König der Tiere ist seit Jahrzehnten vielen Gefahren ausgesetzt. Vor allem die Trophäenjagd in mehreren afrikanischen Ländern führt dazu, dass die Löwenpopulationen dort immer stärker gefährdet sind. Experten fordern dringend einen Importstopp für Jagdtrophäen in die EU sowie die USA. Denn wenn der Abwärtstrend anhält, sieht die Zukunft für die Großkatzen düster aus, sagt Birgit Trinks von der Naturschutzorganisation Pro Wildlife im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa:

Welche Auswirkungen hat die Trophäenjagd auf die Löwen-Populationen?

Trinks: „In manchen Regionen stellt die Trophäenjagd die stärkste Bedrohung für Löwen dar. Jährlich töten Großwildjäger mehr als 600 Löwen. Sie haben es fast immer auf große, starke männliche Löwen abgesehen - und diese sind oft die Rudelführer. Das hat dramatische Auswirkungen auf die gesamte Population: Stirbt ein männlicher Rudelführer, so rückt ein anderer nach, der zunächst die Jungen seines Vorgängers tötet. Studien haben gezeigt, dass eine Population bereits um die Hälfte schrumpft, wenn die Zahl der männlichen Löwen, die älter als vier Jahre sind, um zehn Prozent reduziert wird. Fest steht, dass bei Trophäenjägern vor allem seltene, bedrohte Arten begehrt sind – eine fatale Abwärtsspirale.“

Ist dies denn weiterhin ein lukratives Geschäft? Und für wen?

Trinks: „Gewinn macht fast ausschließlich der Jagdanbieter. Die Behauptung, Trophäenjagd diene der Armutsbekämpfung und Entwicklungshilfe entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als äußerst fragwürdig: Zum einen finden Jagden häufig auf privatem Farmland statt - hier profitiert weder die Staatskasse noch die lokale Bevölkerung. Zum anderen fließen die Gewinne auch in den wenigen Gebieten, in denen die Bevölkerung überhaupt an den Einnahmen beteiligt wird, hauptsächlich an meist ausländische Jagdreiseunternehmer.“

Was fordern Sie, um Löwen besser zu schützen? Welche Maßnahmen wären sinnvoll?

Trinks: „Wir fordern, dass der Afrikanische Löwe durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen streng geschützt wird. Zusätzlich verlangen wir einen Importstopp für Jagdtrophäen in die EU sowie in die USA. Ein Moratorium für Trophäenjagd auf Löwen ist in allen Ländern unbedingt notwendig.“

dpa

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