Erforschung der Atmosphäre

Mecklenburger Wissenschaftler starten Raketen-Projekt

Kühlungsborn - Wissenschaftler aus Mecklenburg-Vorpommern gehen bei der Erforschung von Vorgängen in der Atmosphäre neue Wege. Künftig sollen mit viel Elektronik gefüllte Messkugeln bis zu 120 Kilometer in die Höhe geschossen werden.

Es gebe Hinweise auf sehr dramatische Temperaturänderungen in 50 bis 80 Kilometer Höhe, die es zu klären gilt. Im Frühjahr 2013 soll die erste Rakete von der europäischen Raketenstation Andøya Rocket Range in Nordnorwegen starten, berichtete am Montag der Chef des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik in Kühlungsborn, Franz-Josef Lübken.

Während des Rückflugs werden wichtige Daten wie Temperatur, Dichte und Wind erfasst und zur Erde gefunkt. Das System ist von dem Rostocker Unternehmen argus electronic GmbH in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut und der Rostocker Universität entwickelt worden. Der erste Probeeinsatz ist für Januar 2012 geplant, dann sollen Teilkomponenten des Systems getestet werden.

Insgesamt 1,4 Millionen Euro veranschlagt

Das Land fördert nach Worten von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) das Projekt mit 1,1 Millionen Euro aus zwei EU-Fonds. Für das auf drei Jahre angelegte Vorhaben würden insgesamt 1,4 Millionen Euro veranschlagt.

„Wir möchten verstehen, wie die Atmosphäre funktioniert“, sagte der Chef des Leibniz-Instituts, Franz-Josef Lübken. Die Atmosphäre sei ein gekoppeltes System, in dem die verschiedenen Schichten in Beziehungen stehen. Es gebe Hinweise auf sehr dramatische Temperaturänderungen in 50 bis 80 Kilometer Höhe. In den vergangenen 40 Jahren sei es dort um etwa 20 Grad kälter geworden ist. „Wir wissen nicht, warum das in diesem großem Umfang so geschieht.“ In der Klimaforschung könnten solche Vorgänge nicht ignoriert werden.

dpa

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