US-Arzneimittelbehörde reagiert

Meningitis-Ausbruch an US-Unis

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Foto: Nach einer Häufung von Hirnhautentzündungen hat die US-Pharmabehörde FDA eine seltene Ausnahmegenehmigung für einen in den USA nicht zugelassenen Impfstoff erteilt.

Washington - An zwei US-Unis häufen sich Hirnhautentzündungen. Experten sind nervös. Die US-Gesundheitsbehörde FDA entschloss sich zu einem ungewöhnlichen Schritt.

Nach einer Häufung von Hirnhautentzündungen hat die US-Pharmabehörde FDA eine seltene Ausnahmegenehmigung für einen in den USA nicht zugelassenen Impfstoff erteilt. Mehrere Menschen an zwei Universitäten waren an Meningokokken-B erkrankt. In Deutschland ist der Impfstoff Bexsero seit Anfang dieser Woche auf dem Markt. Noch gibt es aber keine Impfempfehlung, teilte das Robert-Koch-Institut am Donnerstag in Berlin mit. Die damit beauftragte Ständige Impfkommission (Stiko) wolle weitere Studienergebnisse abwarten.

An der Princeton University in New Jersey gab es seit März acht Fälle von Infektionen mit Meningokokken-B, an der University of California in Santa Barbara seien es vier, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch (Ortszeit) in Atlanta mit.

Experten sind beunruhigt, weil die beiden Meningokokken-B-Ausbrüche gleichzeitig auftreten und ungewöhnlich lange dauern. Der Erreger verursacht Hirnhautentzündung und kann zu einer Blutvergiftung führen. Infektionen mit Meningokokken-B sind in den USA eigentlich relativ selten. Im vergangenen Jahr zählte die CDC 160 Fälle.

Ab Montag sollen Studenten der Princeton University den relativ neuen Impfstoff Bexsero bekommen. Die FDA hatte ihn bislang nicht zugelassen und macht nun eine örtlich begrenzte Ausnahme. In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die FDA laut CDC nur ein oder zweimal auf ein eigenes Prüfverfahren bei der Zulassung von Impfstoffen verzichtet.

Bisher ist das Mittel des Schweizer Pharmakonzerns Novartis nur in Europa und Australien erlaubt. Die Risiko-Nutzen-Abwägung stelle bei dem neuen Impfstoff eine besondere Herausforderung dar, teilte das RKI mit. Deshalb könne die Stiko derzeit keine abschließende Bewertung abgeben. Grundsätzlich sei aber davon auszugehen, dass der Impfstoff vor einem Großteil der in Deutschland auftretenden Meningokokken-B-Erregern schützen kann.

In Deutschland gibt es nach jüngsten Angaben des RKI rund 250 gemeldete Infektionen mit Meningokokken-B im Jahr. Sie sind wegen ihrer Schwere gefürchtet: Jeder Zehnte stirbt, einer von fünf trägt Behinderungen davon. Säuglinge und Kleinkinder sind am stärksten gefährdet.

dpa

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