Messenger Whatsapp gibt Onlinestatus preis

+
Der Messenger Whatsapp ist nicht nur ein beliebtes Werkzeug für Plaudertaschen, sondern ist auch selber eine. Foto: Franziska Gabbert

Hannover (dpa/tmn) - Ob Nutzer es wollen oder nicht: Wie und wann sie den Messenger Whatsapp benutzen, können Dritte sogar aus der Ferne relativ leicht nachvollziehen. Es reicht, die mit dem Whatsapp-Konto verknüpfte Telefonnummer zu kennen.

Die Messenger-App Whatsapp verrät den Onlinestatus eines Nutzers auch dann, wenn dieser die Funktion ausdrücklich abgeschaltet hat. Aus guten Gründen wollen viele Menschen lieber für sich behalten, ob und wann sie das Programm nutzen oder wann sie eine Nachricht gelesen haben. Laut einem Test der Zeitschrift "c't" (Heft 22/2014) plaudert der Messenger den Onlinestatus aber auch dann aus, wenn man anhand der Datenschutzeinstellungen eigentlich das Gegenteil erwarten würden - alles, was es dazu braucht, ist die mit dem Whatsapp-Konto verknüpfte Telefonnummer eines Nutzers.

Speichert man diese in seinem Kontaktverzeichnis, und öffnet ein Chatfenster, lässt sich das Whatsapp-Nutzungsverhalten des Nummerninhabers aus der Ferne erfassen. Dies geschieht laut "c't", ohne dass dieser davon etwas mitbekommt und ohne dass er es bestätigen müsste. Im Test gelang die Überwachung, obwohl in den Datenschutzeinstellungen die Sichtbarkeit der Optionen "Zuletzt online" und "Status" auf "Niemand" einstellt war. Beinahe in Echtzeit informierte Whatsapp über die aktive Nutzung des Telefons. Über ein bereits im Internet kursierendes Script lässt sich die Datenschutzlücke auch automatisiert ausnutzen, ohne dabei direkt mit den Whatsapp-Servern zu kommunizieren.

Der Messenger Whatsapp macht immer wieder durch lockere Handhabung des Datenschutzes von sich reden - zuletzt Anfang September, als nach einem Update bei zahlreichen Nutzern die Privatsphäre-Einstellungen plötzlich wieder öffentlich geschaltet waren. Nach wie vor überträgt das Programm auch Kontaktdaten aus den Telefonverzeichnissen der Nutzer auf Unternehmensserver, so dass Dritte gegen eine Weitergabe ihrer Daten kaum geschützt sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare