Rätsel über Ursache

Meteorologen erwarten den dritten kalten Winter in Folge

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Foto: Auch dieser Winter soll knackig kalt werden.

Hannover - Herrliche Tage im September, ein goldener Oktober mit hohen Temperaturen – derzeit ist es so, als wollte uns das Wetter für den miserablen Sommer entschädigen. Aber nach den Berechnungen von Meteorologen ist demnächst mit eiskalten Überraschungen zu rechnen.

Denn schon Mitte November soll es mit den Temperaturen steil bergab gehen, haben die Experten von donnerwetter.de und von wetter.net prognostiziert. Demnach könnte es schon Mitte November zu ersten Schneefällen kommen. Das wäre dann ein Vorgeschmack auf das, was uns in einer winterlichen Phase von mindestens sechs Wochen erwartet, die Mitte oder Ende Dezember das Wettergeschehen übernehmen könnte – mit eisigen Temperaturen und viel Schnee im Flachland. „In Hannover dürfte wieder tagelang Schnee liegen“, sagt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Außerdem müsse man sich auf Nachttemperaturen von bis zu minus 25 Grad einstellen.

Für die meisten Meteorologen sind diese langfristigen Vorhersagen neu und daher auch umstritten. Seriös seien Vorhersagen von bis zu drei Tagen, wenn es nur um die Temperatur gehe auch ein bisschen länger, meint man zum Beispiel beim Deutschen Wetterdienst. Andererseits lagen die Langfristwetterexperten in der Vergangenheit ganz oft richtig, zum Beispiel beim schlechten Sommer und auch beim vergangenen harten Winter.

Für den Norden wäre das bereits der dritte kalte Winter in Folge. Jahrzehntelang wurden die Winter immer milder und schneeärmer, jetzt wird auch Norddeutschland von Schnee, Eis und Frost jährlich überrollt. „Das ist eine kleine Sensation“, sagt Meteorologe Dominik Jung. Über die Ursache der eisigen Winter in Zeiten der Klimaerwärmung rätseln die Experten. Zum einen könnte das mit der Abschwächung des Golfstroms zu tun haben. Denn das vom Äquator zu uns strömende warme Wasser gibt seine Temperatur an die Luft ab. Weil aber nicht mehr so viel warmes Wasser ankommt, bleibe die Luft im mitteleuropäischen Winter kälter.

Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimaforschung sehen auch einen Zusammenhang zu großen, schmelzenden Eisflächen im Nordmeer und in der Barentssee. Dadurch veränderten sich die Zugbahnen von Tiefdruckgebieten. Als Folge könnten die kalten Strömungen aus Nordost im Winter die Oberhand gewinnen. Die Forscher kommen in der Studie sogar zu dem Schluss, dass sich dadurch die Wahrscheinlichkeit für zukünftige kältere Winter in Deutschland verdreifacht.

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