Medizinischer Durchbruch

MHH-Forscher entwickeln neue Therapie zur Hepatitis-D-Behandlung

- Eine bestimmte Medikamentenkombination wirkt gegen die aggressivste Form der Hepatits - das haben Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover in einer Studie bewiesen. Mit der neuen Therapie konnten sie ein Viertel der erkrankten Studienteilnehmer heilen.

Ein Durchbruch bei der Behandlung der chronischen Hepatitis D ist Wissenschaftlern der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) gelungen. Das Ärzteteam um die Leberexperten Prof. Michael Manns und Prof. Heiner Wedemeyer hat weltweit erstmals die Wirksamkeit einer bestimmten Medikamentenkombination gegen die aggressivste Form der Hepatitis bewiesen.

Ihren Erfolg haben die Mediziner in der im internationalen Vergleich größten Studie ihrer Art mit 90 Patienten dokumentiert: Von den an Hepatitis D erkrankten Studienteilnehmern konnte ein Viertel geheilt werden.

Zwischen 30.000 und 50.000 Betroffene leiden bundesweit an Hepatitis D, die besonders schnell zu einer Leberzirrhose führt – einer narbigen Veränderung der Leber, die einen tödlichen Verlauf nehmen kann. Die MHH-Ärzte haben zwei bisher für die Behandlung der chronischen Hepatitis B und C zugelassene Arzneien kombiniert und diese Patienten mit der D-Variante der Leberkrankheit verabreicht.

Die Ergebnisse seien vielversprechend, betont Manns. Nun könne eine Standardtherapie für Hepatitis D etabliert werden; bisher gab es keine standardisierte Behandlung.

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