Überall angekommen – und doch stigmatisiert

Migranten haben mit spezifischen Problemen zu kämpfen

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Foto: Migranten haben mit spezifischen Problemen zu kämpfen.

Hannover - Ganz gleich ob Beamter, Angestellter oder Arbeiter: Migranten sind mittlerweile in allen gesellschaftlichen Bereichen angekommen, haben aber mit spezifischen Problemen zu kämpfen.

Das geht aus einer Studie der Leibniz Universität Hannover hervor, die jetzt unter dem Titel „Migration - Teilhabe - Milieus“ erschienen ist. Die Forschergruppe unter der Leitung des Politikwissenschaftlers Prof. Heiko Geiling hat dafür 30 Spätaussiedler und 30 türkischstämmige Deutsche aus Cloppenburg, Hannover und Salzgitter intensiv befragt.

Die befragten Männer und Frauen sehen sich Geiling zufolge im Alltag mit festen Bildern und Erwartungen von Seiten der Mehrheitsgesellschaft konfrontiert. „Es gibt das Stigma des Migranten. Sie fühlen sich mit ihren Leistungen nicht anerkannt und meinen, dass sie immer mehr leisten müssen als andere“, sagte der Wissenschaftler der Nachrichtenagentur dpa. Ein weiteres Problem sei, dass die Befragten häufig zwischen zwei Kulturen hin- und hergerissen seien. Das Studium zum Beispiel macht es notwendig, sich vom Elternhaus zu lösen. Wer sich auf das Examen vorbereitet, kann nicht mehr jede Familienfeier besuchen. „Das ist mit psychischen Belastungen verbunden.“

An den Schulen müsse eine stärkere Sensibilität für spezifische Probleme von Migranten entwickelt werden, forderte Geiling. „Für die Kinder muss es andere Maßstäbe geben als für die Kinder des Bildungsbürgertums. Da ist auch eine andere Pädagogik gefragt.“ Wichtig sei die Aufklärung und Bildungsarbeit mit den Eltern. Bildung - das ist auch ein Ergebnis dieser Studie - ist der Schlüssel für Anerkennung und Erfolg. „Dabei ist es offenbar von Vorteil, im großstädtischen Umfeld groß zu werden“, sagte Geiling.

dpa

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