Verbraucher

Nach Fehlbetankung mit neuem E10-Benzin nicht weiterfahren

- Schon eine einzige Fehlbetankung mit dem neuen Biobenzin E10 kann Fahrzeugschäden verursachen. Denn der neue Sprit hat einen höheren Alkoholanteil (Bioethanol) als herkömmlicher Ottokraftstoff.

Rund 90 Prozent aller Autos und Motorräder kommen damit zwar zurecht. Bei jedem zehnten Fahrzeug kann das Ethanol aber Dichtungen und Schläuche zerfressen sowie Motorteile aus Metall rosten lassen, warnt Andrea Gärtner vom ADAC-Technikzentrum in Landsberg/Lech.

Wer versehentlich zu einer Zapfpistole mit der Aufschrift „E10“ gegriffen hat und unsicher ist, ob das Fahrzeug den Kraftstoff verträgt, lässt es daher besser an Ort und Stelle stehen. Gärtner empfiehlt, in solchen Fällen umgehend den Hersteller um Rat zu fragen. Schlimmstenfalls müsse der Tank ausgepumpt werden, um teuren Reparaturen vorzubeugen.

Verkauft werden darf der E10-Kraftstoff mit dem zehnprozentigen Ethanolanteil vom 1. Januar 2011 an. Erlaubt war in Deutschland bisher die Beimischung von fünf Prozent Ethanol. Nach Einschätzung des Mineralölwirtschaftsverbands werden die meisten Tankstellen die neue Sorte „frühestens im Februar“ anbieten. Nach Angaben des ADAC ist E10 an vereinzelten Tankstellen aber auch schon jetzt verfügbar.

Unmittelbare Anzeichen für eine Fehlbetankung gebe es während der Fahrt nicht, sagt Gärtner: „Das Fahrzeug wird keine auffälligen Geräusche machen und bleibt nicht gleich liegen.“ Welche Fahrzeuge das E10 vertragen und welche nicht, können Halter unter anderem auf den Internetseiten der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) und des ADACnachsehen. Auch kann ein Anruf beim Fahrzeughersteller, beim Händler oder in der Vertragswerkstatt Klarheit schaffen.

Die DAT weist darauf hin, dass die E10-Modellfreigaben nur für Tankstopps in Deutschland gelten: Ottokraftstoff mit der Bezeichnung E10 sei zwar im Ausland schon erhältlich - aber mit einer anderen Zusammensetzung, als es in Deutschland der Fall sein wird.

Für Autos und Motorräder, die nicht für den neuen Treibstoff freigegeben sind, müssen Tankstellen in Deutschland mindestens bis Ende 2013 weiterhin Benzin mit einem Ethanolanteil von 5 Prozent verkaufen.

Wer sein Fahrzeug künftig mit E10 betankt, muss außerdem mit einem erhöhten Kraftstoffverbrauch rechnen. Die Energiedichte von Ethanol ist geringer als die von reinem Benzin, erklärt Frank Brühning vom Biokraftstoffindustrieverband VDB. Je höher der Alkoholanteil ist, desto mehr Treibstoff benötigten Motoren - Experten gehen von einem Mehrverbrauch von bis zu drei Prozent aus. Der VDB erwartet, dass E10 zu gleichen Konditionen wie herkömmliches Superbenzin angeboten wird. „Ansonsten hätte die neue Sorte keine Chance“, sagte Brühning.

Liste mit allen E10-tauglichen Modellen

dpa

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