Raumfahrt

Nasa erwartet gebannt Satelliten-Absturz

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Ein Konzeptbild des Nasa-Satelliten, der am Freitagabend abstürzen soll.

Washington - Hochspannung bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa: Ihr ausrangierter Forschungssatellit UARS soll auf die Erde stürzen. Die Gefahr für Menschen sei aber „extrem gering“.

Weltraumexperten erwarten mit Hochspannung den Absturz des ausrangierten US-Forschungssatelliten UARS: Das riesige Stück Weltraumschrott soll am Freitagabend oder in der Nacht zu Samstag deutscher Zeit in die Erdatmosphäre eintreten, wie die US-Weltraumbehörde Nasa am Donnerstag mitteilte.

Dabei werde das mehr als sechs Tonnen schwere Stück Weltraummüll zwar auseinanderbrechen aber nicht vollständig in der Atmosphäre verglühen. Nach neusten Berechnungen soll der Satellit irgendwo auf seiner wellenförmigen Flugbahn vom südlichen Südamerika über den Atlantik, Europa und Sibirien im Norden und Richtung Süden zurück nach Australien herunterkommen.

So liegt Mitteleuropa laut Nasa in der Flugschneise, nicht aber Nordamerika. Genauer könne der Absturzort nur kurzfristig errechnet werden, hieß es am Donnerstagvormittag (Ortszeit) von der Nasa. Es gilt aber als wahrscheinlich, dass die Trümmer in einem der Weltmeere landen.

Beim Eintreffen in die Erdatmosphäre könnten die verglühenden Bruchstücke des Satelliten selbst bei Tageslicht aussehen wie Sternschnuppen, sagte Nicholas Johnson, Nasa-Experte für Weltraumtrümmer, der US-Tageszeitung „USA Today“. Wenn der Satellit mit einer Geschwindigkeit von rund 27.400 Kilometern pro Stunde in die Atmosphäre eintritt, könnten 26 Bruchstücke mit einem Gesamtgewicht von 540 Kilogramm auf der Erde verstreut werden, hieß es.

Das Risiko, dass beim Absturz des UARS Menschen verletzt werden ist nach Nasa-Angaben „extrem gering“. Statistiken zufolge liegt es bei 1 zu 3200. Seit Beginn der Raumfahrt in den 1950er Jahren habe es keine Schäden gegeben, wenn Müll aus dem Orbit auf die Erde gefallen sei.

Russische Medien hatte zunächst spekuliert, dass die Hauptstadt Moskau in der Risikozone des Satelliten von der Größe eines Schulbusses liegen könnte. Doch die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat bereits Entwarnung gegeben: „Wenn wir von seiner jetzigen Bahn ausgehen, taucht er am 23. September (Freitag) gegen 22.05 Uhr MESZ unweit von Papua-Neuguinea in den Pazifik ein“, hatte Oberst Alexej Solotuchin am Mittwoch der russischen Nachrichtenagentur Interfax gesagt.

Der Satellit UARS (Upper Atmosphere Research Satellite/ Forschungssatellit für die obere Atmosphäre) wurde 1991 mit der Mission losgeschickt, die Ozonschicht und die Erdatmosphäre zu untersuchen. Die Messungen endeten im Jahr 2005. Seitdem ist der Satellit außer Betrieb. Die Nasa beobachtet ihn nach eigener Aussage genauestens und berichtet auf ihrer Webseite stets über neueste Erkenntnisse. Wer ein Teil finde, das von dem Satelliten stammen könnte, solle es nicht anfassen, sondern die Polizei benachrichtigen, warnte die Behörde.

dpa

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