Raumfahrt

Nasa schickt Sonde zum Jupiter

Washington - Jupiter bekommt Besuch: Eine Nasa-Sonde soll dem größten Planeten unseres Sonnensystems so stark auf die Pelle rücken wie keine andere zuvor und ihm tief ins Innere blicken. In der nächsten Woche wird die lange Reise zum Gasriesen voraussichtlich beginnen.

Die US-Raumfahrtagentur Nasa will in der nächsten Woche eine Sonde zur Erforschung des Jupiter auf den Weg schicken. „Juno“ soll den größten Planeten unseres Sonnensystems 2016 erreichen und dann in eine stark elliptische Umlaufbahn einschwenken, die über die Pole führt. 33 Mal - ein Jahr lang - soll die Sonde den Gasriesen umkreisen und sich dabei seinen äußersten Wolken auf bis zu 5000 Kilometer nähern. Bisher ist kein Raumfahrzeug Jupiter so nahe gekommen.

Die Wissenschaft erhofft sich von der 1,1 Milliarden Dollar (rund 770 Millionen Euro) teuren Mission neue Aufschlüsse über die Entstehung des Sonnensystems, wie Experten der US-Raumfahrtbehörde am Mittwoch in Cape Canaveral (Florida) erläuterten. Dort soll der Orbiter am Freitag kommender Woche an Bord einer Atlas-Rakete abheben. Klappt es dann nicht, gibt es ein Startfenster bis zum 26. August.

Jupiter ist mit einem Durchmesser von rund 143.000 Kilometern nicht nur der größte Planet - er hat auch am meisten Masse, mehr als doppelt so viel wie alle anderen sieben Planeten zusammen. Er ist außerdem der erste Planet, der sich nach der Entstehung der Sonne formte, das heißt, er verleibte sich den größten verbliebenen Teil an Staub und Gasen im frühen Sonnensystem ein. Das macht Jupiter nach Angaben der Nasa-Experten so besonders interessant: Seine Struktur könnte wichtige Hinweise auf die Ursprünge des Sonnensystems geben.

„Jupiter hat viele Geheimnisse“, sagte Scott Bolton, einer der leitenden Wissenschaftler der „Juno“-Mission. Die Nasa wolle die „Zutaten“ für seine Zusammensetzung erfahren und damit das „Rezept für die Entstehung von Planeten“.

Die mit Solarenergie betriebene Sonde soll hauptsächlich den Wassergehalt in Jupiters Atmosphäre erkunden und herausfinden, ob der Planet einen festen Kern hat. Außerdem hat sie die Aufgabe, Jupiters Magnetfeld nahe den Polen zu erforschen.

Dass „Juno“ dem Gasplaneten so nahe kommt, hat seine Gefahren: Jupiters Strahlung ist extrem hoch, in unserem Sonnensystem übertrifft ihn nur die Sonne. Die Nasa hat daher die empfindlichen Instrumente der Sonde zum Schutz in einer Titan-Hülle verstaut. „Wir schicken praktisch einen bewaffneten Panzer zu Jupiter“, sagte Bolton. Hat „Juno“ ihre 33 Runden absolviert, will die Nasa die Sonde gezielt zum Absturz in den Planeten bringen.

Jupiter hatte schon häufiger Besuch, der von der Erde kam. Unter anderem sammelten „Pioneer 10“ 1973 und die beiden „Voyager“-Sonden 1979 im Vorbeiflug Daten von dem Planeten. Die deutsch-amerikanische Weltraumsonde „Galileo“ flog um den Planeten herum, stürzte 2003 wie geplant in die Jupiter-Atmosphäre und verglühte dort.

dpa

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