Heiß und nah dran

Nasa-Teleskop erspäht Exoplaneten

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So in etwa stellt sich die Wissenschaft sogenannte Exoplaneten vor.

Washington - Mit dem Weltraumteleskop „Spitzer“ haben Wissenschaftler aller Wahrscheinlichkeit nach einen Exoplaneten von nur zwei Dritteln Erdgröße entdeckt. Das Himmelsobjekt „UCF-1.01“ sei lediglich 33 Lichtjahre entfernt, teilte die US-Raumfahrtagentur Nasa am Mittwoch (Ortszeit) mit.

„Wir haben starke Hinweise auf einen sehr kleinen, sehr heißen und sehr nahen Planeten entdeckt mit Hilfe des „Spitzer“-Teleskops“, wurde Kevin Stevenson von der University of Central Florida in Orlando zitiert. Die Temperaturen auf „UCF-1.01“ betragen demnach um die 600 Grad Celsius.

Exoplaneten umkreisen andere Sterne als unsere Sonne. Bisher seien nur eine Handvoll solcher Objekte gefunden worden, die kleiner als die Erde seien, hieß es in der Nasa-Mitteilung. Die Forscher hatten „UCF-1.01“ entdeckt, als sie einen bekannten Exoplaneten von der Größe Neptuns untersuchten. Winzige, periodische Lichtschwankungen führten auf die Spur des kleinen Erdverwandten: Planeten verraten sich auf Teleskopbildern, weil sie regelmäßig vor ihrem Stern vorbeilaufen und ihn dabei etwas abschatten.

Mit dem Weltraumteleskop „Kepler“ waren 2011 zwei sehr kleine Planeten nahe der rund 1000 Lichtjahre entfernten Sonne „Kepler-20“ entdeckt worden. Sie haben den 0,87- und 1,03-fachen Durchmesser der Erde. Für Leben ist es allerdings auch dort zu heiß: Die Planeten umkreisen ihren Stern in nur 6 beziehungsweise knapp 20 Tagen, die Durchschnittstemperatur liegt nach Berechnung der Astronomen bei rund 400 und 850 Grad Celsius.

Das Weltraumteleskop „Kepler“ war von der Nasa unter anderem gestartet worden, um nach erdähnlichen Planeten zu suchen. Es beobachtet dafür die Helligkeit tausender Sterne. „Spitzer“ erspähte nach Nasa-Angaben mit „UCF-1.01“ erstmals einen Planeten. Möglicherweise sei das Teleskop geeignet, weitere erdähnliche Planeten ausfindig zu machen, hieß es.

dpa

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