Pharmaindustrie

Neue Arzneien nicht unbedingt wirksamer

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Foto: Teure neue Medikament müssen nicht immer besser sein als alte Medikamente.

Köln/Berlin - Nach einer aktuellen Analyse müssen neue Medikamente nicht zwingend besser wirken als alte. Führende Mediziner hatten in den Jahren 2009 bis 2010 zahlreiche neue Medikamente untersucht.

Neue Medikamente müssen einer Analyse zufolge nicht unbedingt besser wirken als ältere, billigere Alternativen. Das schreiben führende Mediziner im „Deutschen Ärzteblatt". Sie hatten die Zulassungsstudien von 39 in den Jahren 2009 bis 2010 in Deutschland eingeführten Medikamenten analysiert.

„Nur in Ausnahmefällen ging aus den Zulassungsstudien eindeutig hervor, dass ein neu zugelassenes Fertigarzneimittel einen höheren therapeutischen Nutzen hat als vorhandene Alternativen", schreiben die Autoren um die Vize-Vorsitzende der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Prof. Ursula Gundert-Remy, in Berlin. Für die Zulassung eines Medikaments sei es bislang gesetzlich nicht nötig, es direkt mit einem handelsüblichen Arzneimittel zu vergleichen.

Nach Angaben der Autoren wurde für die Zulassung rund die Hälfte der Medikamente nur gegen ein Scheinmedikament (Placebo) getestet, nicht aber gegen ein bereits vertriebenes Vergleichspräparat. „Dadurch können sich für die Vermarktung der neuen Arzneimittel für die Industrie bezüglich der Preisgestaltung Interpretationsspielräume ergeben", schreibt das Deutsche Ärzteblatt in seiner Pressemitteilung. „Für diese dann teureren Fertigarzneimittel schließen die Autoren nicht aus, dass sie den bereits auf dem Markt befindlichen Alternativen sogar unterlegen sind."

dpa/fgr

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