UN-Studie

Neun Millionen Menschen ohne HIV-Therapie

- Neun Millionen HIV-Infizierte, die dringend behandelt werden müssten, haben keinen Zugang zu den lebensverlängernden Medikamente. Das teilte das UN-Aidsprogramm (UNAIDS) mit Blick aus Zahlen aus dem Jahr 2010 am Freitag mit.

Nur 28 Prozent der infizierten Kinder wurden demnach im Jahr 2009 therapiert. Zum Vergleich: Bezogen auf alle Altersgruppen waren es 36 Prozent.

Auf der anderen Seiten bekamen Ende vergangenen Jahres insgesamt rund 6,6 Millionen Menschen die antiretroviralen Mittel. Darunter wurde bei 1,4 Millionen Patienten erstmals mit der lebensverlängernden Therapie begonnen - so viele Neubehandelte in einem Jahr gab es noch nie zuvor. An diesem Sonntag jährt sich die erste wissenschaftliche Erwähnung der Immunschwäche zum 30. Mal.

„Der Zugang zu der Behandlung wird die Aids-Frage im kommenden Jahrzehnt verändern“, sagte UNAIDS-Direktor Michel Sidibé laut Mitteilung. „Wir müssen mehr in einen schnelleren Zugang investieren und neue Behandlungsmöglichkeiten finden.“ Die antiretrovirale Therapie verhindere nicht nur den frühen Tod zahlreicher Infizierter, sie beuge auch der HIV-Übertragung vor.

Ein neuer Bericht über die Ausbreitung von HIV und Aids belege unter anderem, dass Frauen schlechter über HIV informiert seien als Männer. Einer Studie zufolge wüssten drei von vier Männern (74 Prozent), dass Kondome effektiv gegen HIV schützen. Bei den befragten Frauen war dies nur knapp der Hälfte (49 Prozent) bekannt.

Die Erhebung „Aids at 30: Nations at the crossroads“ habe aber ergeben, dass die Menschen in den vergangenen zehn Jahren beim Sex immer häufiger auf Schutz achteten. Zwischen 2001 und 2009 sei die Zahl der Neuinfizierten weltweit um ein Viertel gesunken. UNAIDS geht von 30,9 bis 36,9 Millionen Menschen aus, die mit HIV leben. Seit 1981 seien 25 bis 33 Millionen Menschen infolge von Aids gestorben.

Dem Bericht zufolge stiegen die Gelder zur HIV-Prävention in Ländern mit niedrigen und mittlerem Einkommen zischen 2001 und 2009 von 1,6 Milliarden auf 15,9 Milliarden US-Dollar. Sidibé befürchte aber wegen der Ergebnisse in der Aids-Problematik rückläufige Investitionen. Bis zum Jahr 2015 werden demnach 22 Milliarden US-Dollar benötigt - 6 mehr, als heute verfügbar seien.

dpa

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