Physikstudium

Niedersachsens jüngster Student ist 15 Jahre alt

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Malte Klingenberg ist der jüngste Student in Niedersachsen.

Braunschweig - Malte Klingenberg ist Niedersachsens jüngster Student - mit 15 Jahren beginnt er ein Physikstudium. Schon mit neun Monaten sortierte er Bauklötze nach Farben. Die Schule absolvierte er in Windseile.

Mathe und Physik gehören seit Jahren zu den Leidenschaften von Malte Klingenberg. Am 24. Oktober beginnt er ein Physikstudium an der Technischen Universität (TU) Braunschweig - mit 15 Jahren. Der Junge aus Edemissen im Kreis Peine ist Niedersachsens jüngster Student, nach den Internetrecherchen seiner Eltern sogar der jüngste Deutschlands. Eine offizielle Statistik gibt es nicht. Auch wenn die anderen Studenten älter sind als er, denkt Malte, dass er sich im Hörsaal wohlfühlen wird: „Ich bin es ja gewohnt, der Jüngste zu sein“, erzählt er.

„Mit neun Monaten hat er schon Bauklötze nach Farben sortiert“, erinnert sich seine Mutter Birgitt Klingenberg. Mit drei Jahren ließen seine Eltern ihn testen, das Ergebnis wunderte sie nicht: „Er war seinen Altersgenossen einige Jahre voraus“, berichtet die Mutter.

Als Fünfjähriger wurde Malte eingeschult, wenige Monate später wechselte er bereits in die zweite Klasse. Einige Zeit ging das gut, dann beklagten sich die Lehrer, Malte störe den Unterricht: „Ich fand es ziemlich doof, dass ich am Eckenrechnen nicht teilnehmen durfte“, erzählt der 15-Jährige. Auch wenn er jedes Ergebnis in Windeseile wusste, so habe er doch mitmachen wollen. Malte weiß um seine Intelligenz, als Superhirn möchte er aber nicht bezeichnet werden.

Eine schulische Heimat fand er dann mit sieben Jahren am Gymnasium der Christopherusschule in Braunschweig. Die Privatschule ist auf Hochbegabte spezialisiert. Malte bekam nun genug „Futter“ für seinen Lernhunger.

„Wir würden uns schon etwas mehr Unterstützung wünschen“, sagt Vater Bernd Klingenberg. Bei der Förderung hochbegabter Kinder würden Eltern nach wie vor ziemlich alleingelassen, sagte der Sparkassenbetriebswirt. Das gelte für die Angebote in staatlichen Schulen ebenso wie die finanzielle Förderung.

„Im ersten Jahr habe ich Malte täglich die rund 30 Kilometer zur Schule gebracht“, sagt Birgitt Klingenberg. Die beiden jüngeren Geschwister Tessa und Arne hätten meist mitfahren müssen. Im Alter von acht Jahren musste Malte den Schulweg dann per Zug allein meistern.

Am schwierigsten waren die 7. und 8. Klasse

Die schwierigste Zeit habe er in der 7. und 8. Klasse gehabt, sagt Malte. Da sei es nicht immer einfach gewesen. „Die anderen waren ja größer und in der Pubertät.“ Da habe es schon Reibereien gegeben, und er habe oft nicht zur Schule gehen wollen. „Aber ein Wechsel auf eine Regelschule wäre auch keine Lösung gewesen“, ist sich seine Mutter sicher.

Für die Studienzeit sieht Malte keine Probleme. „Klar, die Anderen schauen erst mal, was so ein Kleiner da will“, sagt er. Und auf abendliche Kneipentouren mit den Kommilitonen könne er ja auch noch nicht mit. Aber sie würden ihn akzeptieren, meint er nach einer Woche Vorkurs.

„Fachlich ist alles für Malte kein Problem“, sagt Professor Karl-Heinz Glaßmeier. Die anderen Physikstudenten seien zwar älter, aber auch sehr gut, und das wüssten sie. Neid käme nicht auf. Er habe schon oft 16 oder 17 Jahre alte Studenten gehabt, mit 15 sei Malte aber sein jüngster Student.

Zuhause ist Malte nicht der Jüngste - bei seinen Geschwistern ist er ganz der große Bruder - Tessa und Arne sind zwar auch exzellente Schüler, aber wenn es mal besonders schwierig wird, dann hilft Malte ihnen gern weiter.

So spannend Malte Zahlen und Formeln findet, einen Ausgleich braucht auch er: „Die Musik bedeutet mir sehr viel“, sagt er, vor allem Klavierspielen. Auf der Orgel ist er so fit, dass er in mehreren Kirchen immer mal wieder den Organisten vertreten kann. Statt auf den Sportplatz geht Malte übrigens lieber mal in die Küche: Er backt gern Kuchen.

dpa

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