Forscher schlagen Alarm

Eis am Nordpol extrem stark geschrumpft

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Das Nasa-Bild zeigt die Eisausdehnung am 7. März (oben) und am 16. September 2011 (unten).

Boulder/Berlin - Forscher schlagen Alarm: Das Arktiseis ist extrem stark geschrumpft und hat den zweitniedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenmessungen 1979 erreicht. Die Wissenschaftler machen vor allem den Klimawandel für den Rückgang verantwortlich.

Das Eis um den Nordpol herum ist extrem stark geschrumpft. Mit einer Fläche von 4,33 Millionen Quadratkilometern habe es den zweitniedrigsten Stand seit Beginn der Satellitenmessungen 1979 erreicht, berichtete das US-Schnee- und Eisdatenzentrum (NSIDC) am Donnerstag (Ortszeit) in Boulder. Diese Daten seien am 9. September erhoben worden. Nur 2007 sei die Fläche noch um 0,16 Millionen Quadratkilometer kleiner gewesen. Möglicherweise könnten Änderungen der Winde das Eis in diesem Jahr noch weiter schrumpfen lassen.

Die Eisfläche der Antarktis schwankt mit den Jahreszeiten und hat laut NSIDC gerade ihr Jahresminimum erreicht. Über die vergangenen 30 Jahre hinweg werde die Eisfläche stetig kleiner, wenn man jeweils dieselben Monate betrachte. Das sei vor allem auf den Klimawandel zurückzuführen. Besonders eindrücklich zeigt sich das im Langzeitvergleich: Das Eisminimum 2011 sei 2,38 Millionen Quadratkilometer kleiner gewesen als das im Durchschnitt der Jahre 1979 bis 2000. Das NSIDC verweist ausdrücklich darauf, dass die Minimalflächen von 2007 und 2011 nur wenig auseinanderlägen und andere Forscher die Fläche vom 9. September 2011 als Rekordminimum ansähen. So hatte die Universität Bremen in der vergangenen Woche mitgeteilt, das Arktiseis sei auf ein Rekordminimum zusammengeschmolzen.

Die Negativmarke sei am 9. September mit 4,24 Millionen Quadratkilometer erreicht worden. Damit sei die bisher geringste Eisausdehnung im Nordpolarmeer aus dem Jahr 2007 von 4,267 Millionen Quadratkilometern unterboten. Der Rückgang des sommerlichen Eises seit 1972 betrage bereits 50 Prozent. Zudem werde das Eis immer dünner. Die US-Raumfahrtbehörde NASA veröffentlichte Vergleichs-Satellitenbilder von der maximalen Fläche dieses Jahres am 7. März und von der Flächen am 9. September.

frs/dpa

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