Haftbefehle gegen 1000 Eltern

Pakistan nimmt Impfverweigerer fest

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Knapp 500 Menschen sind impakistanischen Peshawar festgenommen worden, weil sie ihre Kinder nicht gegen Polio impfen lassen wollten.

Islamabad/Frankfurt am Main - Knapp 500 Menschen sind impakistanischen Peshawar festgenommen worden, weil sie ihre Kinder nicht gegen Polio impfen lassen wollten. Gegen weitere 1000 Eltern erließen die Behörden Haftbefehle.

Berichten zufolge misstrauen die Eltern den Gesundheitsbehörden und wollen deshalb nicht zulassen, dass ihre Kinder die Tropfen gegen Kinderlähmung einnehmen. Gesundheitsministerin Saira Afzal Tarar kündigte an, Impfverweigerung werde nicht mehr toleriert.

Im nordwestpakistanischen Peshawar und den umliegenden Distrikten nahmen die Behörden am Montag 471 Menschen fest. Die Stadt liegt im Grenzgebiet zu Afghanistan, wo nach Behördenangaben 2,2 Millionen Vertriebene aus dem Nachbarland leben, die zumeist nicht geimpft sind.

Polio ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation nur noch in Afghanistan, Pakistan und Nigeria häufig vorkommt. Sie befällt die Nervenzellen im Rückenmark, was zu bleibenden Lähmungserscheinungen bis zum Tod führen kann.

Überwiegend sind Kinder unter fünf Jahren davon betroffen. Ein Heilmittel gibt es nicht, Impfungen können einer Infektion aber vorbeugen. 1988 war Kinderlähmung noch in 125 Ländern weit verbreitet.

epd

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