Studie der MHH

Pausen verhindern Fehler bei Operationen

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Foto: Einmal kurz das Skalpell zur Seite legen hilft Fehler zu vermeiden.

Hannover - Wenn Chirurgen bei Operationen kurze Pausen einlegen, sind sie leistungsfähiger und machen weniger Fehler. Das hat eine Studie an der Medizinischen Hochschule Hannover ergeben. Die Operationszeit verlängert sich dadurch trotzdem nicht.

Das liegt daran, dass das Team während der Kurzpausen im OP-Saal bleibt. Gerade die Möglichkeit der modernen Video-Chirurgie habe die Anforderungen an die Operateure stark verändert, erklärte der Direktor der MHH-Klinik für Kinderchirurgie, Prof. Benno Ure. Die Chirurgen müssten teils stundenlang hochkonzentriert die zweidimensionalen Bilder auf dem Monitor in dreidimensionale Handlungen umsetzen.

Das Pausenschema von Profi-Bergsteigern inspirierte die Mediziner zu der Studie. Beim Klettern sind regelmäßige Pausen in schwierigen Phasen ein Mittel, um die Leistungsfähigkeit zu halten. Die Studie bezieht sich auf 60 komplexe Operationen bei Kindern mit der sogenannten Schlüsselloch-Technik.

Alle 25 Minuten legte das OP-Team eine fünfminütige Auszeit ein und ließ das Skalpell ruhen. Die Kontrollgruppe bildeten Operationen ohne Pausen. Untersucht wurden unter anderem der Ausstoß der Stresshormone Cortison, Adrenalin und Testosteron und die Herzfrequenz bei den Operateuren. Außerdem mussten sie Konzentrations- und Leistungstests machen.

Chirurgen, die Pausen einlegen, schütten deutlich weniger Stresshormone aus. Auf eine gleichbleibende Leistungsfähigkeit weist die ausgeglichene Herzfrequenz hin, die bei den pausierenden Chirurgen gemessen wurde. Ihre Fehleranfälligkeit ist zudem dreimal geringer als bei Kollegen, die durchoperieren.

Das Kurzpausenschema habe sich in der Klinik jetzt weitgehend durchgesetzt, erklärte Prof. Ure. Ob die Pausen auch Auswirkungen auf die Patienten haben, soll eine weitere Studie klären.

dpa

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