Raumfahrt

Probleme nach Start von privatem Raumfrachter „Dragon“

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Nach dem Start gab es beim Raumfrachter „Dragon“ technische Probleme.

Washington - Der Start läuft problemlos, doch dann hakt es: Der private US-Raumfrachter „Dragon“ stößt bei seiner zweiten Versorgungsmission zur Raumstation ISS auf technische Schwierigkeiten. Seine Ankunft an der Internationalen Raumstation ist jetzt auf unbestimmte Zeit verschoben.

Der unbemannte private US-Raumfrachter „Dragon“ kämpft bei seiner zweiten offiziellen Versorgungsmission zur Internationalen Raumstation ISS mit technischen Problemen. Nach einem erfolgreichen Start vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida am Freitagmorgen (Ortszeit) berichtete die Betreiberfirma SpaceX zunächst von Problemen mit den Korrekturdüsen und einem Treibstoff-Ventil. Der Frachter sei stabil, sagte SpaceX-Chef Elon Musk später bei einer Pressekonferenz. Die für Samstag geplante Ankunft an der ISS müsse jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben werden.

Mitarbeiter von SpaceX und von der US-Raumfahrtbehörde Nasa arbeiteten daran, das Problem zu beheben. Es könne möglicherweise am Sauerstoff-Druckausgleich gelegen haben, sagte Musk. „Da scheint es eine Verstopfung gegeben zu haben. Wir glauben aber, dass wir die inzwischen gelöst haben.“ Die Sonnensegel seien erfolgreich ausgefahren worden und der Frachter wieder unter Kontrolle. Er erwarte auch, dass alle vier Korrekturdüsen noch im Lauf des Freitags wieder in Betrieb genommen werden könnten. „Das war schon ein bisschen angsteinflößend, aber wir glauben, dass wir das Problem jetzt gelöst haben.“

Nun müsse gemeinsam mit der Nasa das weitere Vorgehen beraten werden. Nur wenn die US-Raumfahrtbehörde das Andocken als sicher einstuft, kann sich der Frachter auf den Weg zur ISS machen. Bis dahin ist die eigentlich für Samstag geplante Ankunft auf unbestimmte Zeit verschoben. „Am Wochenende wird es wahrscheinlich nicht mehr sein. Sonntag wäre ganz eventuell noch eine Möglichkeit, aber jetzt ist es noch zu früh, um das sicher zu sagen.“ Notfalls kann der Raumfrachter dank seines Sonnensegels mehrere Monate lang im All bleiben.

Der „Dragon“ (Drache) hatte sich nach seinem erfolgreichen Start zunächst auch erfolgreich von seiner Trägerrakete getrennt. Er soll mehr als 500 Kilogramm Vorräte und Materialien für wissenschaftliche Experimente zur Internationalen Raumstation ISS bringen. Die Lieferung sei nicht überlebenswichtig für die derzeit an Bord der ISS stationierten Astronauten, sagte der Chef des ISS-Programms, Michael Suffredini. „Aber die Experimente, die wir geplant haben, müssten verschoben werden, wenn die Lieferung nicht kommt.“

Im vergangenen Jahr hatte der erste private Raumtransporter der Geschichte einen erfolgreichen Testflug und dann auch seinen ersten Versorgungsflug zur ISS absolviert.

dpa

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