Ende einer Ära

Raumfähre „Endeavour“ beendet Abschiedsflug

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Die Raumfähre Endeavour hat ihren Abschiedsflug beendet.

Washington - Die „Endeavour“ ist im Ruhestand gelandet: Huckepack auf einem Flugzeug drehte die Raumfähre eine letzte Ehrenrunde über Kalifornien. Tausende Schaulustige nahmen Abschied von einer Ära. Auch Hollywoods Stars twittern über das Gespann am Himmel.

Die Raumfähre „Endeavour“ ist zum letzten Mal gelandet und beendet mit ihrem Ruhestand eine Ära. Auf dem Rücken einer umgebauten Boeing 747 war das Space Shuttle am Freitagmorgen (Ortszeit) bei strahlendem Sonnenschein vom Dryden Flight Research Zentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa nahe Palmdale in Kalifornien abgehoben. Etwa fünf Stunden später landete der Doppeldecker aus Raumfähre und Flugzeug auf dem Flughafen in Los Angeles.

Zuvor hatte das Gespann zahlreiche Ehrenrunden über Nasa-Standorten in Kalifornien gedreht, war über Sacramento und San Francisco geflogen. Tausende Schaulustige verfolgten das Spektakel in Kalifornien und im Internet, viele zeigten sich laut US-Medien traurig über das Aus einer Space-Shuttle-Ära.

„Das Space Shuttle ein letztes Mal am Himmel zu sehen, ist für eine ganze Generation von großer Bedeutung. Es war für die letzten 25 Jahre Teil unseres Lebens. Und das ist ein erinnerungswürdiger Moment“, sagte John Yembrick von der Nasa der Zeitung „San Jose Mercury News“.

Auch Hollywoods Schauspieler waren beeindruckt vom doppelten Gespann am Himmel. „Space Shuttle ist gerade über mein Haus geflogen. Nun will ich wieder Astronaut werden. Oder zumindest in einer „Spaceballs“-Neuverfilmung mitspielen“, schrieb Zach Braff („Scrubs - die Anfänger“) über den Kurzmitteilungsdienst Twitter. Drehbuchautor und Produzent Damon Lindelof („Lost“) twittere: „Der Shuttle fliegt über uns. Applaus. Dann Trauer.“

„Ich mache das mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, wurde Jeff Moultrie, einer der Piloten, die die Raumfähre nach Kalifornien brachten, von US-Medien zitiert. „Wir fühlen uns natürlich privilegiert, dass wir ein kleiner Teil der Geschichte sein dürfen. Aber wir sind auch traurig.“ Rund 30 Jahre lang - seit dem ersten Start der Raumfähre „Columbia“ am 12. April 1981 - war das Space-Shuttle-Programm Amerikas Stolz.

Vom Flughafen in Los Angeles aus soll die Fähre am 12. Oktober mit einem Spezialtransporter zu ihrem endgültigen Ausstellungsort, dem California Science Center, gebracht werden. Experten hatten die 20 Kilometer lange Route wochenlang ausgetüftelt.

Mit einer Spannweite von 26 Metern und dem rund 20 Meter hohen Heck passt das Shuttle unter keiner Autobahnbrücke durch. Schließlich mussten, begleitet vom lautstarken Protest von Anwohnern und Umweltschützern, fast 400 Bäume gefällt werden, um den Weg für die „Endeavour“ (deutsch etwa: Anstrengung, Bestreben) frei zu machen. Das Museum versprach, im Gegenzug viermal so viele Bäume zu pflanzen.

Die „Endeavour“ hatte seit ihrem ersten Start am 7. Mai 1992 insgesamt 25 Weltraum-Reisen von zusammen 299 Tagen unternommen. Sie umrundete 4671 Mal die Erde und legte dabei rund 200 Millionen Kilometer zurück.

Im vergangenen Juni landete sie zum letzten Mal auf dem Weltraumbahnhof in Cape Canaveral. Genau wie die anderen verbliebenen Fähren der Nasa-Flotte wurde sie nach dem Ende des Shuttle-Programms im vergangenen Jahr in den Ruhestand versetzt und zum Ausstellungsstück erklärt. „Discovery“, „Enterprise“ und „Atlantis“ sind bereits auf unterschiedliche Museen und Institutionen in den USA verteilt worden. Der Flug der „Endeavour“ war der letzte dieser Art.

dpa

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