Urlaub im All

Russland treibt Pläne für „Weltraum-Hotel“ voran

Moskau - Weltraum statt Meerblick: Die Raumfahrtnation Russland treibt ihr ehrgeiziges Projekt eines „Hotels" im Weltall voran. Schon in ein paar Jahren könnten die Zimmer bezogen werden – denn in der Raumfahrt-Simulation wurde ein Rekord gebrochen.

Der Konzern RKK Energija präsentiere an diesem Dienstag zur Eröffnung der größten russischen Luft- und Raumfahrtmesse MAKS ein Modell der geplanten Unterkunft. Das teilte Energija-Präsident Vitali Lopota am Montag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Die „Commercial Space Station" (CSS), so die offizielle Bezeichnung, soll mit einer Sojus-Rakete ins All geschossen werden.

Das russische Unternehmen Orbital Technologies rechnet damit, dass spätestens 2016 Gäste in die vier „Doppelzimmer" 350 Kilometer über der Erde einziehen. „Das Projekt soll auch Anleger anspornen, mehr in die russische Raumfahrt zu investieren", sagte der Vizechef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Vitali Dawydow.

Unterdessen „brachen" die Teilnehmer der Raumfahrt-Simulation Mars500 in Moskau den Rekord von Waleri Poljakow. Der Kosmonaut hielt sich 1994/95 insgesamt 437 Tage ununterbrochen auf der Raumstation „Mir" im All auf. Jetzt übertrafen die sechs Männer, die allerdings fest auf der Erde in einem abgeschotteten Container noch bis November einen Mars-Flug simulieren, diese Zeitspanne.

„Natürlich fehlt bei Mars500 die Schwerelosigkeit, und man muss bedenken, dass Poljakow die meiste Zeit allein war", sagte Andreas Schütz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) der Nachrichtenagentur dpa. „Trotzdem sind die Leistungen absolut vergleichbar."

dpa

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