Umweltschutz zu Silvester

So rutscht man ökologisch sinnvoll ins neue Jahr

- Der gute Vorsatz „Etwas für die Umwelt tun“ lässt sich schon an Silvester umsetzen. Wer etwa statt Böllern lieber die Sektkorken knallen lässt und „bleifrei“ orakelt, rutscht nach Angaben von Umweltschützern ökologisch sinnvoll ins neue Jahr.

BLEIGIESSEN: Dieser Brauch verspricht zwar Auskunft über eine neue Liebe oder unverhofften Geldsegen - schädigt aber leider auch Gesundheit und Umwelt. So wird beim Erhitzen des Bleis giftiges Bleioxid freigesetzt, das durch die Atemluft direkt in den Körper gelangt. Werden zudem Bleireste und Wasser falsch - also nicht als Sondermüll beim Wertstoffhof - entsorgt, kann das Schwermetall in die Umwelt entweichen. Dort entstehen bleiorganische Verbindungen, die zu den stärksten Umweltgiften zählen. Sie reichern sich im Fettgewebe von Tieren an und gelangen so wieder in die menschliche Nahrungskette. Das Bleigießen sollte daher möglichst komplett gestrichen werden. Liebhaber des Weissagens können auf Bienenwachs, Spielkarten oder den guten alten Kaffeesatz ausweichen.

SEKT: Umweltschutz lässt sich auch beim Anstoßen um Mitternacht praktizieren. Experten empfehlen, beim Einkauf für die Party nur zu Sekt- und Weinflaschen mit Korkverschlüssen zu greifen. Durch den Vormarsch von Plastik- und Drehverschlüssen gerät nämlich eine der ältesten Kulturlandschaften Europas unter Druck: die Korkeichenwälder im Mittelmeerraum. Mit sinkender Nachfrage nach Kork wird es nach Angaben der Umweltstiftung WWF profitabler, auf Eukalyptus- und Pinienpflanzungen umzusteigen, was wiederum den Vormarsch der Wüste begünstige und den Lebensraum vieler bedrohter Arten vernichte. Die Korkeichenwälder bieten den Angaben zufolge eine letzte Zuflucht für viele bedrohte Arten wie den Iberischen Luchs oder den Königsadler.

FEUERWERK: Exzessives Zündeln und Knallen um Mitternacht ist definitiv kein Beitrag zum Umweltschutz. Wenn Feuerwerkskörper abgebrannt werden, steigt nämlich die Luftbelastung mit Schadstoffen explosionsartig an. Auswertungen des Umweltbundesamtes zeigen, dass an Neujahr die Luftbelastung mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub vielerorts so hoch ist wie sonst im ganzen Jahr nicht. Problematisch ist aber auch der Lärm von Böllern und Co., der nicht nur das menschliche Gehör belastet, sondern auch Tiere in Panik versetzt. So werden etwa Wildtiere in Parks und am Waldrand aufgeschreckt. Wer auf den Funkenregen nicht verzichten möchte, sollte lieber eine Wunderkerze anzünden.

KARPFEN: Der traditionelle Silvester-Karpfen darf auch in einem ökologisch bewussten Haushalt aufgetischt werden. Die Zucht der Fische erfolgt meist in offenen Teichsystemen, verbraucht nur wenig Energie und hat geringe Auswirkungen auf umgebende Ökosysteme. Umweltschützer haben auch deshalb nichts gegen den Verzehr von Karpfen, weil dieser nicht mit mit Fischmehl gefüttert wird und somit keine wilden Fischbestände belastet werden. Vorbildlich ist der Kauf eines Karpfens aus biologisch zertifizierter Züchtung.

afp

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