Astronomie

Saturn beherrscht im April den Sternenhimmel

- Besonderes Ereignis für Hobbyastronomen: Anfang April steht der Ringplanet Saturn der Sonne genau gegenüber. Die ganze Nacht ist er dann mit bloßem Auge von der Erde aus zu sehen.

Im April beherrscht Saturn als einziger der hellen Planeten den nächtlichen Himmel. In der Nacht vom 3. auf den 4. steht er der Sonne genau gegenüber, er befindet sich in Opposition zu ihr. Somit ist der Ringplanet die ganze Nacht über zu sehen: Mit Einbruch der Dunkelheit geht der Planet am Osthimmel auf. Um etwa ein Uhr nachts Sommerzeit erreicht er am Südhimmel seine höchste Position und mit Tagesanbruch geht er im Westen unter.

Saturn ist der fernste Planet, der mit bloßen Augen gesehen werden kann. Er ist zehnmal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Fast dreißig Jahre ist der ringgeschmückte Koloss unterwegs, um einmal die Sonne zu umrunden. Mit 120.536 Kilometern Äquatordurchmesser ist er der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems. Sein beeindruckender Ring wurde kurz nach Erfindung des Fernrohrs entdeckt. Raumsondenaufnahmen zeigen, dass er sich aus Hunderten einzelnen Ringen zusammensetzt.

Der Saturn rotiert sehr schnell: Ein Tag dauert nur zehn Stunden und vierzig Minuten. Infolge der schnellen Drehung ist dieser Gasplanet mit festem Kern stark abgeplattet. Von allen Planeten hat Saturn die geringste Dichte. In einer überdimensionalen kosmischen Badewanne würde er schwimmen und nicht untergehen.

Fünf Dutzend Monde begleiten den Ringplaneten auf seinem Weg um die Sonne. Der größte von ihnen wurde Titan getauft und ist schon mit einem Fernglas zu erkennen. Titan ist mit 5150 Kilometern Durchmesser der zweitgrößte Mond im Sonnensystem. Eine dichte Atmosphäre aus Stickstoff und Methan umschließt den Titanglobus, auf dessen minus 180 Grad kalter Oberfläche die europäische Raumsonde Huygens im Januar 2005 landete. Huygens funkte beeindruckende Bilder von Bächen und Seen aus flüssigem Methan zur Erde.

Venus beginnt mit ihrem Rückzug vom Morgenhimmel. Nach der Monatsmitte fällt sie kaum mehr in der hellen Morgendämmerung auf. Anfang April geht unser innerer Nachbarplanet kurz nach sechs Uhr morgens auf, Ende April bereits eine Viertelstunde nach vier Uhr. Allerdings wird es dann auch schon früher hell.

Der Sternschnuppenstrom der Lyriden macht sich zwischen 16. und 25. April bemerkbar. Der Höhepunkt ihrer Aktivität ist am 22. zu erwarten, wo mit rund zwanzig Sternschnuppen pro Stunde zu rechnen ist. In manchen Jahren wurden jedoch schon bis zu hundert Lyriden pro Stunde gezählt. Die beste Beobachtungszeit sind die Stunden nach Mitternacht.

Die Neumondphase tritt am 3. um 16.32 Uhr ein. Vollmond wird am 18. um 4.44 Uhr morgens erreicht. Die glänzende Mondscheibe steht vor der Kulisse des Sternbildes Jungfrau etwa acht Grad südlich von Saturn - ein interessanter Anblick in der Nacht vom 17. auf den 18. April. Nur wenige Stunden vor Vollmond nähert sich der Mond auf 358.090 Kilometer Distanz zur Erde. In den Tagen um Vollmond ist daher wieder mit hohen Gezeiten und Springfluten zu rechnen.

Zweimal im April hält sich der Mond in Erdferne auf, am 2. mit 406.660 Kilometer und am 29. mit 406.040 Kilometern Distanz. Die Sichel des jungen Mondes zieht am 7. am Sternhaufen der Plejaden im Stier zwei Grad südlich vorbei, ein hübscher Anblick sowohl am 6. als auch am 7. abends.

Durch Einführung der Sommerzeit wird es nun erst spät dunkel. Die Beschreibung des Fixsternhimmels bezieht sich daher auf die Standardbeobachtungszeit 23 Uhr. Blickt man um diese Zeit steil nach oben, so sieht man die sieben Sterne des Großen Wagens fast im Zenit. Seine Deichsel deutet wie ein Zeigefinger auf den orange-roten Riesenstern Arktur im Sternbild Rinderhirt.

Hoch im Süden steht der mächtige Löwe, das typische Frühlingssternbild. Sein bläulicher Hauptstern Regulus ist 77 Lichtjahre von uns entfernt. Im Südosten nimmt die Jungfrau mit ihrem hellen Stern Spica (lat. Kornähre) ihren Platz ein. Die Jungfrau hält sie in der Hand als Symbol der Fruchtbarkeit. Die drei hellen Sterne Arktur, Regulus und Spica bilden das Frühlingsdreieck. Mit 260 Lichtjahren Distanz ist Spica darin der am weitesten entfernte Stern.

Die Sonne wandert entlang des aufsteigenden Astes ihrer Jahresbahn. Am 19. verlässt sie in den Morgenstunden das Sternbild Fische und wechselt in das Sternbild Widder. Am 20. April erreicht sie um die Mittagsstunde das Tierkreiszeichen Stier. Die Mittagshöhe der Sonne nimmt um gut zehn Grad zu, der lichte Tag wächst um eindreiviertel Stunden.

Ostersonntag fällt in diesem Jahr auf den 24. April. Nach dem Beschluss des Konzils von Nikaia im Jahre 325 ist Ostern an dem Sonntag zu feiern, der dem ersten Vollmond im Frühling folgt. Ferner hat das Konzil den 20. März als Frühlingsbeginn festgelegt - unabhängig davon, ob der astronomische Frühling am 20., am 21. oder 19. März beginnt. Nach dieser Regel kann der Ostersonntag frühestens auf den 22. März und spätestens auf den 25. April fallen.

dpa

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