Raumfahrt

Shuttle-Start weiter verschoben

- Nächster Versuch frühestens am Montag: Der Start des Space-Shuttle „Endeavour“ musste wegen einer technischen Panne verschoben werden. Viele Schaulustige zogen enttäuscht ab.

Eine Heizungspanne hat sie kalt erwischt: Tausende enttäuschte Raumfahrtfans, darunter auch Präsident Barack Obama und seine Familie, warteten vergebens auf den Start des Space-Shuttle „Endeavour“. Die Verspätung auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral war am Freitag in letzter Minute durch ein Beheizungsproblem an dem betagten Orbiter verursacht worden. Nasa-Techniker arbeiteten am Sonntag mit Hochdruck daran, die Panne zu beseitigen. Die US-Weltraumbehörde hofft, den Shuttle am Montag um 20.33 (MESZ) auf seine letzte Reise in den Orbit schicken. Ziel ist die Internationale Raumstation ISS, wo die Astronauten vier Außeneinsätze planen.

Die sechsköpfige Besatzung war am Freitag bereits an der Rampe, als der Countdown in letzter Minute abgebrochen werden musste. Nach Nasa-Angaben gab es Ärger mit zwei Heizungen. Sie gehören zu einem Stromgerät, das das Steuerungssystem des Shuttle bei Start und Landung versorgt. Das System muss beheizt werden, damit es im Weltraum nicht einfriert. Um die Problemzone zu erreichen, musste zunächst der riesige Außentank der „Endeavour“ geleert werden. Nasa-Techniker begannen bereits damit, die Thermostate des Heizsystems zu testen. „Erwartungsgemäß funktionierte das Thermostat, das am Freitag beim Countdown fehlerhaft war, weiterhin nicht“, erklärte die Weltraumbehörde. Bis Sonntagabend (MESZ) wollten die Techniker die Reparaturen aber abgeschlossen haben.

Hunderttausende Menschen, darunter Familie Obama, waren aus vielen Ecken des Landes nach Cape Canaveral gepilgert, um dem berühmten Shuttle vor dessen Pensionierung noch einmal zu winken. Doch statt gereckter Hälse und dem Donner der Triebwerke gab es nur lange Gesichter: „Ich konnte es erst einfach nicht glauben“, klagte der enttäuschte David Pasqua. Der 41-Jährige hatte sich von North Carolina aus auf den 950 Kilometer langen Weg nach Florida gemacht. Wie viele andere Raumfahrtfans campierte er auf den Zufahrtswegen rund um den Weltraumbahnhof. Nach dem Abbruch waren am Freitagabend viele von ihnen enttäuscht abgezogen.

Die Obamas blieben und nutzten die Zeit für einen Spaziergang durch das Kennedy Space Center. Der Präsident traf außerdem mit den sechs „Endeavour“-Astronauten zusammen, darunter auch Kommandant Mark Kelly. Er ist Ehemann der Kongressabgeordneten Gabrielle Giffords, die bei einem Attentat im Januar durch einen Kopfschuss schwer verletzt wurde und - begleitet von ihren Ärzten - zum Start nach Florida geflogen war.

Als Teil der Nutzlast ist auch das Alpha-Magnetspektrometer AMS 02 an Bord. Es soll auf der ISS stationiert werden und 18 Jahre lang nach Hinweisen auf Antimaterie sowie Dunkle Materie suchen. Das Gerät wurde von insgesamt 500 Physikern von 56 Instituten aus 16 Ländern entwickelt und gebaut. Auch mehrere der Konstrukteure des Partikeldetektors fieberten dem Start entgegen.

Die Nasa hofft, dass der bis spätestens zum Mittwoch gelingt. Andernfalls gibt es wegen eines geplanten Raketenstarts der US-Luftwaffe Terminschwierigkeiten. Klappt es also bis Mittwoch nicht mit dem Shuttle, muss der Abflug in die zweite Mai-Woche verlegt werden, wie Shuttle-Startdirektor Leinbach sagte. Dennoch erklärte der Direktor des Kennedy Space Center, Bob Cabana: „Wir fliegen, wenn die Zeit gekommen ist.“ Danach heißt es dann Ruhezeit für die „Endeavour“. Sie kommt ins Museum.

dpa

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