Raumfahrt

ISS und Sjous-Kapsel stundenlang ohne Kontakt zur Erde

- Die russische Raumfahrtzentrale hat am Donnerstag mehrere Stunden den Kontakt zur Internationalen Raumstation ISS verloren. Auch die genaue Position einer „Sojus“-Kapsel mit drei Kosmonauten an Bord war lange Zeit unbekannt. Die Ursache für die Panne soll mittlerweile behoben sein.

Einen Tag vor der Ankunft der neuen Besatzung auf der Internationalen Raumstation ISS hat das Flugleitzentrum über Stunden keinen Kontakt zum „Außenposten der Menschheit“ gehabt. Auch die Position einer russischen Sojus-Kapsel mit drei Raumfahrern an Bord war wegen eines technischen Fehlers lange Zeit unbekannt. „Die Besatzung war nicht gefährdet und ist nicht gefährdet“, sagte ein Sprecher der Flugzentrale nahe Moskau nach Angaben der Agentur Interfax. Die Sojus sollte am Freitag an der ISS andocken.

Erst die Kollegen der US-Weltraumbehörde NASA hätten die Raumschiffe mit Hilfe des GPS-Navigationssystems geortet, hieß es. Vermutlich sei eines der hochempfindlichen fiberoptischen Systeme beschädigt worden, die das Leitzentrum mit den Daten der Messstationen beliefern. Solche Kontaktprobleme träten ab und zu auf, sagte ein namentlich nicht genannter Mitarbeiter. In der Regel dauerten die Aussetzer jedoch nur kurze Zeit.

Immer wieder kommt es in letzter Zeit zu kleineren technischen Pannen im All. So gibt es häufiger Probleme beim An- oder Abdocken. Erst vor kurzem stürzte eine russische Proton-Rakete mit drei teuren Satelliten in den Pazifik - sie hatte versehentlich zu viel Treibstoff an Bord. Auch US-Raumschiffe haben oft Probleme. So mussten Shuttle-Starts des öfteren um Tage verschoben werden.

US-Astronautin Catherine Coleman, der Kosmonaut Dmitri Kondratjew und ESA-Raumfahrer Paolo Nespoli aus Italien waren am Mittwochabend mit der Sojus vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abgeflogen. Sie sollen fünf Monate lang auf der ISS in rund 350 Kilometern Höhe arbeiten. Dort halten derzeit die beiden Russen Alexander Kaleri und Oleg Skripotschka sowie der NASA-Astronaut Scott Kelly Wache, die im März zur Erde zurückkehren.

dpa/afp

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