Kennzeichnung gefordert

Solaranlagen bergen Risiken für Feuerwehrleute

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Foto: Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen am 30. Januar 2008 einen brennenden Aufzuchtsstall für Puten im brandenburgischen Sieversdorf.

Würzburg - Immer mehr Hausbesitzer haben Solaranlagen auf dem Dach. Das ist gut für die Umwelt, kann aber schlecht im Falle eines Brandes sein. Die Anlagen können die Arbeit der Einsatzkräfte behindern.

Solaranlagen sind von den Dächern in den Dörfern und Städten nicht mehr wegzudenken. Diese umweltfreundliche Alternative der Stromgewinnung birgt aber auch Risiken: „Wenn in einem Haus mit Photovoltaik-Anlagen ein Feuer ausbricht, könnten die Anlagen den Feuermännern die Arbeit erschweren“, sagte Franz-Josef Hench, stellvertretender Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Bayern, der Nachrichtenagentur dpa.

Zum einen produziere die Anlage auch bei geringem Licht bereits Energie und leite damit Strom über eine Leitung, die meist erst im Keller abgeschaltet werden könne. Die Einsatzkräfte müssen deshalb eine andere Löschtechnik einsetzen und einen Sicherheitsabstand halten. „Zum anderen sind die Anlagen oft nur mit leichten Konstruktionen auf den Dächern befestigt und können bei einem Dachstuhlbrand herunterrutschen und jemanden erschlagen.“ Ferner erschwerten die großflächigen Platten das Löschen im Dachstuhl, da das Wasser an ihnen abläuft und den Brandherd nicht erreichen kann.

Diesen Gefahren könnten die Einsatzkräfte besser begegnen, wenn alle Häuser mit Solaranlagen entsprechend gekennzeichnet würden. „Das können beispielsweise Aufkleber im Hauseingang sein“, sagte Hench. Solange dies nicht gesetzlich verpflichtend geregelt ist, appelliert der Feuerwehrmann an die Hausbesitzer, entsprechende Schilder aufzuhängen. „Gerade in der Stadt sieht man nicht immer auf den ersten Blick, ob auf dem Dach Solaranlagen montiert sind.“ So könnten bei einem Feuer wertvolle Minuten gewonnen werden.

Ein Riesenproblem stellten die Anlagen für die Feuerwehrleute jedoch nicht dar. „Es ist eine neue Technik. Und es müssen sich alle Feuerwehren darauf einstellen.“

dpa

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