Vierbeiner als Sozialarbeiter

Tiere fördern die Gesundheit

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Labrador-Hündin „Aika“ und andere Haustiere vertreiben Einsamkeit und fördern die Gesundheit, doch als tierische Sozialarbeiter sind sie laut einer Studie zu wenig anerkannt.

Berlin - Der Vogelkäfig muss saubergemacht, der Hund Gassi geführt werden. Tiere können helfen, Verantwortung zu übernehmen. Eine Studie kommt zu dem Schluss: Viele Menschen könnten von einem Tier profitieren.

Hund, Katze und Kaninchen vertreiben Einsamkeit und fördern die Gesundheit - als tierische Sozialarbeiter sind sie laut einer Studie aber zu wenig anerkannt. Knapp drei Viertel der Deutschen sind der Ansicht, die gesellschaftliche Leistung von Haustieren werde nicht genügend geschätzt, heißt es in der repräsentativen Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Tiernahrungs-Unternehmens Mars Petcare, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Demnach leben bundesweit rund 22 Millionen Kleintiere in Haushalten.

Zwei Drittel der Deutschen sind der Befragung unter 1200 Erwachsenen zufolge mit Tieren aufgewachsen. Derzeit leben nur in jedem dritten Haushalt Kleintiere. Die deutliche Mehrheit der Befragten meinte, Tiere seien gerade für Alleinstehende, Senioren und Kinder wichtig. Mehr als die Hälfte war der Ansicht, dass Hamster, Wellensittich oder Hund älteren Menschen das Gefühl geben, gebraucht zu werden. Tiere förderten zudem das Verantwortungsbewusstsein von Heranwachsenden.

Als Besuchshunde in Altenheimen, Schulen oder als Helfer für kranke und behinderte Menschen sind Heimtiere fest verankert. Nach Schätzungen seien etwa 500 Hunde im Schul-Einsatz, heißt es in der Studie. Knapp ein Drittel der Befragten plädierte dafür, Tiere in Seniorenheimen generell zu erlauben.

Weniger bekannt sei bislang, dass Haustiere auch bei der Stressbewältigung eine positive Rolle spielen. Das meint nur jeder zweite Deutsche. Frauen glauben demnach eher an positive Effekte durch Heimtiere auf Gesundheit und Erziehung.

Angesichts der Kostenlawine im Gesundheitswesen sollten nach der Untersuchung verstärkt Tiere bei der Therapie kranker Menschen eingesetzt werden. Das sehen 85 Prozent der Befragten als wichtig oder sehr wichtig an. Die Kosten für Anschaffung und Unterhalt eines Tieres seien im Vergleich beispielsweise zur dauerhaften Einnahme von Medikamenten „lächerlich gering“, hieß es.

Haustiere seien ein Gegenpol zur zunehmenden Vereinsamung vieler Menschen, sagte Trendforscher Peter Wippermann. Fast zwei Drittel der Befragten gaben an, über Tiere komme man mit anderen Menschen leichter ins Gespräch. Vierbeiner und Co. könnten auch bei auffälligen Jugendlichen Rücksichtnahme und Empathie fördern sowie Aggressionen abbauen.

dpa

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