Einmaliger Eingriff

Tierpark plant erste Herz-OP an Elefantenbaby

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Der erst knapp drei Monate alte Elefant Lola soll wegen einer seltenen Herzerkrankung operiert werden.

München - Lola ist drei Monate alt und hat ein krankes Herz. Sie wird operiert. Was für Menschenbabys mit Herzproblemen normal ist, ist bei Lola eine Sensation: Sie ist ein kleiner Elefant, die OP weltweit eine Premiere.

Der Münchner Tierpark Hellabrunn plant eine weltweit einmalige Herzoperation an einem Elefantenbaby. Der erst knapp drei Monate alte Elefant Lola soll wegen einer seltenen Herzerkrankung operiert werden, kündigte Pressesprecherin Christiane Reiss am Donnerstag an. „Das ist die einzige Überlebenschance, die die Kleine hat.“

Ende Dezember hatten die Tierärzte des Zoos bei Lola zunächst eine Erkältung festgestellt. Bei weiteren Untersuchungen, an denen auch die Humanmediziner und Veterinäre der Ludwig-Maximilians-Universität in München beteiligt waren, wurde ein angeborener Herzfehler bei dem Mini-Elefanten festgestellt. Das Tier hat ein Blutgerinnsel im Herzvorhof.

Die Ärzte werden mit der Operation Neuland betreten. Die Erkrankung sei sehr komplex, und Elefanten seien mit einem solchen Herzfehler noch nie behandelt worden, betonte die Zoosprecherin. „Die Operation wird erstmalig von einem interdisziplinären Team aus Herzchirurgen, Kardiologen und Anästhesisten der Human- und Tiermedizin der Universität München durchgeführt.“

Einen Termin für die „wohl weltweit erste Herz-Operation an einem Elefanten“ gebe es aber noch nicht. Sobald der Hellabrunner Operationssaal für eine solche OP ausgestattet sei, werde der Eingriff erfolgen. Sonst werde Lola in wenigen Tagen oder Wochen sterben.

„Lola zeigt, obwohl es ihr schlecht geht, immer noch einen Lebenswillen“, betonte Zoodirektor Andreas Knieriem. „Deshalb wollen wir sie weder einschläfern noch dabei zusehen, wie sie stirbt.“ Die Erfahrungen aus der Humanmedizin mit vergleichbaren Operationen machten Hoffnung für das Elefantenkalb.

Der Fall ist nicht die erste Tragödie bei den Elefanten des Münchner Tiergartens. Vor eineinhalb Jahren musste Elefantenbaby Jamuna Toni, eine Schwester von Lola, wegen einer rätselhaften Knochenerkrankung eingeschläfert werden. Forscher des Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung fanden heraus, dass die sechs Monate alte Elefantin mehr als 50 Knochenbrüche am ganzen Körper hatte.

Die heute 22 Jahre alte Elefantenmutter Panang hatte bereits 2005 bei der ersten Schwangerschaft ein totes Baby zur Welt gebracht. Im vergangenen Sommer war hingegen der Nachwuchs einer anderen Elefantenkuh, der kleine Ludwig, binnen weniger Wochen zum neuen Star und Besuchermagneten des Zoos geworden.

dpa

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