Weltjugend-Nachhaltigkeitsgipfel

Umweltaktivist Arved Fuchs: "Man muss junge Menschen sensibilisieren"

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Foto: Der Polarforscher und Umweltaktivist Arved Fuchs.

Berlin - In Berlin startet der erste Weltjugend-Nachhaltigkeitsgipfel. Zu den Referenten zählen Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker, der Klimaforscher Prof. Hans Joachim Schellnhuber und die Köchin Sarah Wiener. Polarforscher Arved Fuchs erläutert, warum mitmacht.

Über 160 Jugendliche aus 30 Ländern werden ab diesem Freitag zum 1. Weltjugend-Nachhaltigkeitsgipfel in Berlin erwartet. Zehn Tage lang wollen die 15- bis 20-Jährigen über ihre Lebensweise diskutieren und Handlungsvorschläge für eine lebenswerte Zukunft erarbeiten. Es geht um Themen wie Klimawandel, die Ausbeutung der Natur und Nachhaltigkeit. Arved Fuchs, der mit zahlreichen Expeditionen auf die Erderwärmung aufmerksam gemacht hat, gehört zu den prominenten Unterstützern des Gipfels. Im dpa-Interview erklärt er, warum.

Warum unterstützen Sie diese Konferenz?

Fuchs: "Wenn man die großen UN-Klimakonferenzen anschaut, wo die Probleme seit Jahren verwaltet werden und kein greifbarer Beschluss zustande kommt, dann ist das nicht sehr produktiv.Man muss junge Menschen aber für die Themen sensibilisieren.Es dreht sich schließlich um deren Zukunft und sie sind die Entscheidungsträger von morgen. Gerade deshalb finde ich solche Konferenzen für Jugendliche sehr wichtig."

Der Begriff Nachhaltigkeit ist mittlerweile strapaziert.Wie kann man Jugendliche noch dafür interessieren?

Fuchs: "Es geht darum, eine bewusste Lebensform zu vermitteln.Wenn man ein Thema transparent macht, kann man damit auch junge Menschen ansprechen. Das fängt schon beim Einkaufsverhalten an, zumBeispiel mit der Frage: Brauche ich die Plastiktüte beim Einkauf im Supermarkt oder nehme ich lieber einen Beutel von zu Hause mit? Es geht aber auch Energiesparmaßnahmen und regenerativeEnergien. Nachhaltigkeit ist auch Artenschutz und Biodiversität.Dazu gehören Fragen wie: Was esse ich und woher kommt das?"

Glauben Sie, dass Jugendliche heute noch so neugierig, experimentier- und abenteuerfreudig sind wie zu Ihrer Zeit?

Fuchs: "Ich glaube, dass man junge Menschen genauso für Themen interessieren kann wie in meiner Jugend. Das muss ja nicht mit Karl-May-Romanen sein. Erfahrungen in unserem Jugendprojekt 'Ice Climate Education' haben gezeigt, dass man auch Jugendliche aus einer digitalisierten Umgebung begeistern kann. Die Ansprache muss zeitgemäß sein. Dann kann man sie auch mitnehmen auf eine Reise in die Natur und ihnen verdeutlichen, dass das nicht nur der Stadtpark ist, sondern alles und wir dazugehören und die Natur nicht unbegrenzt ausbeuten können."

dpa

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