Atomkern-Kollisionen

Dem Urknall so nah wie nie

- Mit Rekordkollisionen ist der weltgrößte Teilchenbeschleuniger LHC dem Urknall so nahe gekommen wie nie zuvor. In der Maschine am europäischen Teilchenforschungszentrum CERN bei Genf prallten fast lichtschnelle Atomkernteilchen mit der bislang unerreichten Energie von sieben Tera-Elektronenvolt aufeinander.

Zum Vergleich: Jedes der schnellen Partikel hat in etwa die Energie eines springenden Flohs. Allerdings besteht ein Floh aus rund 100 Milliarden mal Milliarden (100.000.000.000.000.000.000) solcher Teilchen.

Die Kollisionen markieren den Beginn der wissenschaftlichen Experimente am Large Hadron Collider (LHC), der seit mehr als 20 Jahren geplant und gebaut wurde, um fundamentale Fragen über die Natur zu beantworten. Woher kommt die Masse? Wie viele Dimensionen hat das Universum? Was ist die rätselhafte Dunkle Materie, die im Weltall vier- bis fünfmal häufiger ist als die uns bekannte? „Das ist der Beginn einer phantastischen neuen Ära der Teilchenphysik“, jubelte CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer. „Ich gratuliere allen, die an diesem Erfolg mitgewirkt haben.“

Drei Anläufe hatten die CERN-Physiker am Dienstag gebraucht, um den ersehnten Teilchencrash auszulösen. Die beiden ersten Versuche waren vom automatischen Sicherheitssystem gestoppt worden.

Lauter Jubel brandete auf, als die Forscher um 13.06 Uhr die ersten Partikel-Crashs in ihren hausgroßen Detektoren messen konnten. Gefährliche schwarze Löcher können nach Aussagen der CERN-Physiker im LHC nicht entstehen – auf der Erde und im All kämen wesentlich stärkere Kollisionen dieser Teilchen vor.

dpa

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