Umfrage

Verregneter Sommer sorgt für Besucherschwund in Freibädern

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Foto: Der Sommer ist für viele Schwimmer ins Wasser gefallen.

Bremen/Hannover - Der Sommer ist für viele Schwimmer ins Wasser gefallen. Zu verregnet waren die vergangenen Monate. Die Freibäder in Niedersachsen und Bremen erlebten einen starken Rückgang der Gästezahlen.

Der verregnete Sommer hat in den Freibädern in Niedersachsen und Bremen für einen deutlichen Besucherschwund gesorgt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. „Die Saison hat ganz stark angefangen und noch stärker nachgelassen“, sagte der Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH, Alexander Frey.

In den drei Freibädern der Stadt seien über den ganzen Sommer rund 150.000 Besucher gekommen - etwa 70.000 weniger als im Vorjahr. „Das ist schon sehr trist“, sagte Frey. Bei Freibädern in Hannover, Wolfsburg und Oldenburg sieht die Bilanz zum Saisonende ähnlich trüb aus. Profitiert haben hingegen einige Hallen- und Erlebnisbäder.

Heftig war der Besucherschwund in Osnabrück. Der Leiter des Bereichs Bäder der Stadtwerke Osnabrück, Wolfgang Hermle, spricht von rund 70 Prozent weniger Badegästen im Juli im Vergleich zu 2010. „Der August kann das auch nicht rausreißen“, meinte er.

Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) ist der Besucherrückgang in den Monaten April bis Juli in Bremen am heftigsten ausgefallen: In dieser Zeit kamen 72,4 Prozent weniger Gäste als im vergangenen Jahr. „Eine gute Saison war es sicherlich nicht“, bestätigte Ingrid Grünheid von den Bremer Bädern.

Der Juli ist Dirk Watermann vom Lister Bad in Hannover ebenfalls als schwarzer Monat in Erinnerung geblieben. „Der war sehr miserabel.“ Doch auch im August seien am besten Tag nur 1800 Besucher gekommen - bei sonst bis zu 7000.

Schuld an der Misere ist nach Meinung der Betreiber das Wetter. „Die Wetterlage ist entscheidend, ob ein Freibad läuft oder nicht“, sagte Hermle. Bei Regen und Kälte wagten sich in Osnabrück nur die Dauergäste ins Wasser. „Das sind die hartgesottenen Stammschwimmer, die bei jedem Wetter kommen - zum Glück!“

Auch Frank Hinrichs von der Bäderbetriebsgesellschaft Oldenburg findet: „Die Saison ist ins Wasser gefallen.“ In den reinen Freibädern, wie dem Oldenburger Bad Am Flötenteich, hinterlässt der Sommer eine Ödnis in der Kasse. „Es fehlt uns einfach ein Batzen Geld“, klagte Hinrichs.

Profitiert haben hingegen die Hallen- und Erlebnisbäder, wie das Oldenburger Olantis Huntebad. „In Hallenbad und Saunalandschaft haben wir teilweise Tage gehabt, wie wir sie aus den Winterferien kennen“, erzählte Hinrichs. Auch in Osnabrück und Wolfsburg sind die Wasserratten den Betreibern zufolge oft ins Thermalbad geflüchtet.

In den Freibädern trägt man die bescheidene Bilanz jedoch mit Fassung. „Da muss man halt mit leben“, resümierte der Hannoveraner Dirk Watermann. „Es gibt gute Sommer und es gibt schlechte Sommer. Und das war halt ein schlechter Sommer.“

dpa

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