Studie

Viele Schäfer halten Tiere nur noch als Hobby

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Foto: Viele Schäfer in Niedersachsen halten ihre Tiere nur noch aus Liebhaberei.

Hannover - Viele Schäfer in Niedersachsen halten ihre Tiere nur noch aus Liebhaberei. Leben können sie nach Angaben des Landvolks von Zucht und Haltung nicht mehr. Jeder fünfte der knapp 10.900 Schafhalter hält derzeit weniger als 20 Tiere.

Und fast ein Fünftel aller Schafhalter trennte sich im vergangenen Jahr von seinen Tieren, teilte der Bauernverband am Montag in Hannover mit.

Viele Schafe übernehmen Landschaftspflege, unter anderem auf einigen Tausend Kilometern entlang der Deiche und in der Heide. Immer mehr Landschaftspflegeflächen können nach Angaben des Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Schafhalter, Carl Lauenstein, allerdings auch von Biogasbetreibern genutzt werden. Dies gehe zu Lasten der Schäfer. Mit ihren vierbeinigen Landschaftspflegern könnten Schäfer von den Flächen auch nicht so hohe Renditen erwirtschaften wie Biogasbetreiber.

Einer der Gründe dafür, dass sich Schäfer von ihren Tieren trennen, ist nach Verbandsangaben auch eine von der Europäischen Union vorgeschriebene Einzeltierkennzeichnung. Sie werde als überflüssige bürokratische Schikane empfunden, sagte Lauenstein. „Unsere Schäfer kennen ihre Tiere, für die von der EU angestrebte Rückverfolgbarkeit würde daher eine Betriebskennzeichnung, wie sie von den Schweinehaltern praktiziert wird, ausreichen“, sagte er. Die deutschen Schäfer wollen deswegen auch juristisch gegen die geforderte Kennzeichnungspflicht vorgehen.

In Niedersachsen gab es zum Jahresanfang rund 220.000 Elterntiere. Zu den beliebtesten Schafrassen im Land zählen Texel-, Suffolk- oder schwarzköpfige Fleischschafe. Die bekannteste Rasse ist vermutlich die graue gehörnte Heidschnucke. Schnuckenherden gehören zum Landschaftsbild der Lüneburger Heide.

dpa

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