Debatte um Fangverbote

Walschützer werfen Grönland Ausnutzung von Abschussrecht vor

- In der Debatte um die Fangverbote für Wale haben Tierschützer Grönland vorgeworfen, sein Abschussrecht auszunutzen. Walfleisch lande in Supermarktregalen und auf Restauranttellern krsitisieren sie. Die Internationale Walfangkommission verhandelt seit Montag über die Zukunft der bedrohten Tiere.

Grönland nutzt sein Sonderrecht für einen streng limitierten Walfang nach Einschätzung von Tierschützern nach wie vor zu kommerziellen Zwecken aus. Nach aktuellen Recherchen lande Walfleisch in Supermarktregalen oder auf Restauranttellern, kritisierte die Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS am Donnerstag im marokkanischen Agadir bei der Tagung der Internationalen Walfangkommission IWC. Die Tierschützer lehnen einen Antrag Grönlands vehement ab, künftig zusätzlich zehn Buckelwale pro Jahr erlegen zu dürfen.

Vom weltweiten Walfangverbot sind einige wenige indigene Völker offiziell ausgenommen, die das Fleisch der großen Meeressäuger für ihre Existenzsicherung benötigen. „Grundsätzlich stellen wir diesen indigenen Walfang nicht infrage“, betonte Nicolas Entrup von der WDCS in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Das Sonderrecht sei jedoch verwirkt, wenn unter seinem Deckmantel Geschäfte mit Walfleisch gemacht würden.

Grönland darf nach den Worten Entrups bislang rund 200 Zwergwale, 19 Finnwale und zwei Grönlandwale im Jahr jagen. Diese Quote habe es in den vergangenen Jahren nicht ausgeschöpft, sagte der Tierschützer. Nach WDCS-Angaben taucht dagegen immer wieder Walfleisch als Luxusdelikatesse in Städten auf - also weit weg von den Dörfern der Ureinwohner.

Die Walfangkommission verschob eine mögliche Entscheidung über den strittigen Antrag am Donnerstagabend zunächst. So unterstützt beispielsweise Dänemark das Ansinnen. Grönland ist ein autonomes Außengebiet Dänemarks, gehört aber nicht zur EU. Andere EU-Länder sind strikt gegen die Ausweitung des grönländischen Walfangs.

Die knapp 90 Mitgliedsnationen des Gremiums verhandeln seit Montag über die Zukunft der Wale. Ein Vorschlag, den Walfang befristet und unter strengen Auflagen für Japan, Norwegen und Island wieder zu erlauben, scheiterte sowohl am Widerstand der Walfänger als auch der Walfanggegner. Die drei Länder nutzen seit Jahren Schlupflöcher des Moratoriums und töten nach Angaben von Umweltschützern pro Jahr rund 1500 Großwale.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare