Tierschutzkonferenz

WWF warnt vor Aussterben des Tigers

- Mit einer eindringlichen Warnung vor dem Aussterben der letzten noch wildlebenden Tiger hat in St. Petersburg eine internationale Tierschutzkonferenz begonnen. Schon 2022 könnten die letzten Exemplare gestorben sein, warnte die Umweltschutzorganisation WWF.

Im russischen St. Petersburg hat am Sonntag ein internationales Gipfeltreffen zum Schutz des vom Aussterben bedrohten Tigers begonnen. Der Gipfel sei eine „beispiellose Zusammenkunft“ von Politikern, sagte Weltbank-Vizepräsident James Adams bei der Eröffnungszeremonie des viertägigen Treffens, bei dem auf Einladung des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin auch Chinas Regierungschef Wen Jiabao erwartet wird. Das Ziel des Gipfels ist, die Zahl der in freier Wildbahn lebenden Tiger bis zum Jahr 2022 zu verdoppeln.

Der Tiger sei „eines der verwundbarsten und am meisten von der Ausrottung bedrohten Tiere“, sagte der russische Minister für natürliche Ressourcen, Juri Trutnow. „Drei von acht Unterarten sind bereits verschwunden.“ Nach Schätzungen der Weltbank sind allein in den kommenden fünf Jahren 350 Millionen Dollar (rund 256 Millionen Euro) nötig, um gegen Wilderer vorzugehen und Anreize zum Schutz der natürlichen Lebensräume der Großkatze zu schaffen.

Während es vor einem Jahrhundert nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF weltweit noch 100.000 Tiger gab, ist der Bestand der Raubtiere mittlerweile auf nur noch 3200 Exemplare geschrumpft. Der WWF befürchtet, dass die größte Raubkatze der Erde bereits zum nächsten Jahr des Tigers im chinesischem Kalender - also im Jahr 2022 - ausgestorben sein könnte. Grund ist neben der zunehmenden Zerstörung der Lebensräume des Tigers der illegale Handel mit Knochen und Körperteilen der Großkatzen, die vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin zu Medikamenten verarbeitet werden.

Bei dem Gipfeltreffen sollen die Vertreter aller Länder, in denen der Tiger heimisch ist, einen Aktionsplan zur Rettung der vom Aussterben bedrohten Großkatzen beschließen. Neben Russland sind in St. Petersburg auch Vertreter aus Bangladesch, Bhutan, Birma, China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Nepal, Thailand und Vietnam anwesend. Das Treffen ist der erste internationale Gipfel für den Schutz einer einzelnen Tierart.

dpa/afp

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