WWF-Studie

Wasserknappheit dramatischer als gedacht

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Foto: Wasserknappheit wird zu einem immer größeren Problem.

London - Wasserknappheit wird zu einem immer größeren Problem in vielen Regionen der Welt. Eine Studie der Umweltorganisation WWF zeigt nun, wie dramatisch die Situation bereits ist.

Die weltweite Wasserknappheit ist einer Studie der Umweltorganisation WWFzufolge dramatischer als bislang gedacht. Das ergebe sich aus einer neuen Methode, mit deren Hilfe man Wasservorkommen und -verbrauch in einer Region nun per Monat und nicht wie bisher per Jahr verglichen habe, teilte der WWF am Donnerstag in London mit. Den Berechnungen zufolge haben rund 2,7 Milliarden Menschen entlang von 201 Flussbetten mindestens einen Monat pro Jahr nicht genug Wasser.

„Jahresvergleiche können verdecken, was tatsächlich in einem Flussbett passiert“, sagte Ashok Chapagain, einer der Autoren. Für die Untersuchung wurden Daten von 405 Flüssen aus den Jahren 1996 bis 2005 analysiert. Auch bei der Bemessung des Verbrauchs gab es Änderungen: Statt den reinen Wasserentzug zugrunde zu legen, wurde eine detaillierte Analyse des Verbrauchs und der Übernutzung vorgenommen. Die Studie, an der neben dem WWF auch die Universität im niederländischen Twente und andere Organisationen beteiligt sind, erscheint im Fachjournal „PLoS ONE“.

In zahlreichen Regionen werde so viel Wasser für die Landwirtschaft, die Industrie und die Trinkwasserversorgung konsumiert, dass nicht mehr genug nachfließen könne. Ausgetrocknete Flussbetten fänden sich auch bei großen Strömen wie dem Rio Grande in Südamerika, dem Indus in Südasien und dem riesigen Murray Darling in Australien. Dadurch seien auch Süßwasserfische, Delphine und andere Arten gefährdet.

„Diese Untersuchung gibt einen detaillierteren und vollständigeren Überblick über die Beziehung zwischen der Wassermenge, die bei der Produktion von Waren und Dienstleistungen konsumiert wird, und den wachsenden Problemen von Wasserknappheit sowie deren umwelttechnischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen“, sagte Ruth Mathews von der Organisation Water Footprint Network.

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