Internationale Raumstation

ISS weicht Satellitentrümmern aus

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Bruchstücke des 2007 zerstörten Satelliten Fengyun-1C waren gefährlich nahe an die ISS herangerast.

Moskau - Die Raumstation ISS musste schon zum zweiten Mal in diesem Jahr Weltraumschrott ausweichen. Diesmal waren es Trümmer eines chinesischen Satelliten. Kurz zuvor hatte ein Versorgungsfrachter an der ISS festmacht. An Bord waren auch Geburtstagsgeschenke.

Geisterfahrer im Weltall: Mit einem ungeplanten Ausweichmanöver hat die Internationale Raumstation ISS eine drohende Kollision mit Trümmern eines chinesischen Satelliten verhindert. Die sechs Crew-Mitglieder auf dem Außenposten der Menschheit hätten ihre Flugbahn mit Hilfe von Düsen um 1,7 Kilometer angehoben. Das teilte das Flugleitzentrum bei Moskau nach Angaben der Agentur Itar-Tass am Sonntag mit. Kurz zuvor hatte an der ISS ein Versorgungsfrachter mit mehr als 2,6 Tonnen Nachschub festgemacht, darunter Geschenke für den Russen Anton Schkaplerow. Der Kosmonaut feiert am 20. Februar seinen 40. Geburtstag im All.

Der Transporter vom Typ Progress war am Donnerstag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Das Entladen dauere einige Stunden, da zunächst die Druckverhältnisse angepasst werden müssten, hieß es. „Sogar in der Schwerelosigkeit ist das eine schwierige und langwierige Arbeit“, sagte ein Mitarbeiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos. Der Flug war mit besonderer Spannung verfolgt worden, da im August 2011 eine Progress wegen technischer Probleme abgestürzt war.

Kurz nach dem Andocken warf die ISS rund 390 Kilometer über der Erde etwa eine Minute lang die Triebwerke des russischen Swesda-Moduls an. Bruchstücke des 2007 zerstörten Satelliten Fengyun-1C waren gefährlich nahe herangerast. Die Station war schon mehrfach zu Ausweichmanövern wegen Weltraumschrotts gezwungen. Zu Schäden kam es bisher aber nicht. Meist sind es Teile von „ausrangierten“ Satelliten und Raketen, die mit hoher Geschwindigkeit durch die Schwerelosigkeit irren.

Auf der ISS arbeiten außer Schkaplerow die russischen Kosmonauten Anatoli Iwanischin und Oleg Kononenko sowie die US-Astronauten Daniel Burbank und Donald Pettit und der Niederländer André Kuipers.

dpa

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