Fünf vor zwölf

„Weltuntergangsuhr“ eine Minute vorgestellt

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Foto: 2010 zeigte die „Weltuntergangsuhr“ noch sechs Minuten vor zwölf Uhr an.

New York - Für die Menschheit ist es nach Ansicht führender Wissenschaftler „fünf vor zwölf“, wenn sie ihrem eigenen Untergang entgehen will. Das Wissenschaftsmagazin „Bulletin of Atomic Scientists“ hat am Dienstag seine legendäre „Weltuntergangsuhr“ in New York um eine Minute vorgestellt.

Die Chancen, einem Atomkrieg oder der Klimakatastrophe zu entgehen, seien gesunken. Zuletzt hatten die Wissenschaftler die Uhr vor zwei Jahren verstellt, damals um eine Minute zurück.

Damals hieß es, neue Politiker und neue Projekte würden Anlass zum Optimismus sein. „Dieser Trend hat sich in vielen Fällen nicht fortgesetzt“, hieß es jetzt. „Einsteins Aussage von 1946, "Alles hat sich verändert, nur das menschliche Denken nicht“, ist leider wahr“, sagte der Physiker Lawrence Krauss, Sprecher der Gruppe. „Wir sehen uns der klaren Bedrohung durch die Verbreitung von Atomwaffen und den Klimawandel gegenüber und suchen nach wie vor nach sauberer und sicherer Energie. Zudem nehmen weltweit in viel Staaten Spannungen zu.“ Deshalb sei die Uhr wieder auf fünf vor zwölf gestellt worden, wie schon 2007.

Die Uhr erscheint seit 1947 auf dem Titel des Bulletins und soll symbolisieren, wie dicht die Menschheit an der Vernichtung durch Atomwaffen ist. Seit einigen Jahren betrachtet die Gruppe auch Umweltgefahren als tödliches Risiko. Die „Doomsday Clock4“ stand bei ihrer Einführung auf sieben vor zwölf und wurde 1949, nach Zündung der ersten sowjetischen Atombombe, auf drei vor zwölf gestellt. Mit der Wasserstoffbombe waren es 1953 sogar nur zwei Minuten. Nach dem Fall der Berliner Mauer hatten die Forscher ihre Uhr hingegen kräftig zurückgestellt auf 17 Minuten vor Mitternacht.

dpa

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