Obernkirchen

Weltweit wichtigste Dino-Forscher tagen in Niedersachsen

- Dino-Forscher aus der ganzen Welt treffen sich in der kommenden Woche in Niedersachsen. Sie fachsimpeln in Obernkirchen im Kreis Schaumburg über die spektakulären Dinosaurier-Fußabdrücke, die dort vor vier Jahren in einem Steinbruch entdeckt wurden.

Die Stadt Obernkirchen im Kreis Schaumburg hat es mit zwei Dingen zu weltweiter Bekanntheit geschafft: mit ihrem Obernkirchener Sandstein, aus dem unter anderem der Kölner Dom und das Weiße Haus in Washington erbaut wurden. Und mit den spektakulären Dinosaurier-Fährten aus der Kreidezeit, die vor etwa vier Jahren in jenen Sandsteinbrüchen gefunden wurden.

Die Entdeckung der mehr als 140 Millionen Jahre alten Saurierspuren ist eine wissenschaftliche Weltsensation: Gut 2700 Fußabdrücke verschiedener Dinosaurierarten haben Paläontologen des Landesmuseums Hannover bis heute im Steinbruch von Obernkirchen ausgegraben, darunter die eines Fleischfressertyps, der bisher nur dort entdeckt wurde. „Es sind nicht irgendwelche Fährten, sondern Fährten, die es in dieser Form und Fülle nirgendwo anders auf der ganzen Welt gibt“, sagte am Montag Annette Richter, die Oberkustodin des niedersächsischen Landesmuseums, die die Spuren im Jahr 2007 zufällig entdeckt hat. Vom 14. bis 17. April locken die einzigartigen Saurierspuren etwa 100 Dino-Wissenschaftler aus der ganzen Welt nach Obernkirchen. Beim internationalen Symposium „Dinosaurierfährten in Niedersachsen“ kommen namhafte Wissenschaftler aus Ländern wie den USA, Kanada, China, Argentinien, Jemen und Spanien in der kleinen Stadt 50 Kilometer westlich von Hannover zusammen, um über die Obernkirchener Fährten zu diskutieren.

„Wir sind sehr stolz, die Crème de la Crème der Dino-Forscher bei uns zu versammeln“, sagte Richter, die die wissenschaftliche Leitung der Tagung innehat. Veranstaltet wird das hochkarätige Dino-Forscher-Treffen von der Schaumburger Landschaft und ihrem Geschäftsführer Sigmund Graf Adelmann. Geplant sind Vorträge, Exkursionen und Diskussionen, bei denen Forschungsergebnisse verglichen und neue Erkenntnisse gezogen werden sollen. Auf besonderes Interesse stoßen die weltweit einzigen Fährten eines Sichelklauen-Dinosauriers aus der Familie der Troodontidae, der Vögeln ähnelte und vom Schwanz bis zur Schnabelspitze etwa vier Meter maß. Für die Wissenschaftler ungewöhnlich ist auch die Häufung der unterschiedlichen Spuren auf engstem Raum, weshalb das Grabungsteam einer der Fundstellen den Spitznamen „Hühnerhof“ verlieh.

Ziel des Symposiums ist es, herauszufinden, was die Dinosaurier in Obernkirchen trieben. Die Hypothesen reichen von einem Kampf der riesigen Tiere bis zur Durchwanderung des Geländes auf der Suche nach Nahrung. „Wir hoffen, einige Minuten aus dem Leben der Dinos rekonstruieren zu können“, sagte Richter. Nicht nur Forscher, auch interessierte Laien haben die Möglichkeit, die Fundorte in Obernkirchen unter Führung fachkundiger Scouts zu besichtigen.

Sophie Hilgenstock

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