Wer wird denn gleich den Kopf verlieren? Neverdead im Test

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Die Dämonenjäger Bryce (hinten) und Arcadia im Einsatz. Screenshot aus Neverdead von Konami.

München - So etwas gab's noch nie in einem Action-Spiel: Der Held ist nicht nur unsterblich, sondern verliert während der Gefechte auch seine Körperteile - um sie wieder aufzusammeln oder mit ihnen zu werfen! Der Test zu Neverdead:

Story

Bryce Boltzmann ist ein 500 Jahre alter Dämonenjäger, der zu ewigem Leben verdammt wurde. Wie man aus den "Highlander"-Filmen weiß, kommt nicht jeder gut damit zurecht, wenn geliebte Menschen ständig um einen herum sterben und man wieder mal alleine auf der Erde zurückbleibt. Bryce bekämpft diesen Frust, indem er regelmäßig einen über den Durst trinkt.

Nebenbei bekämpft der versoffene Untote mit seiner sterblichen und sehr sexy Assistentin Arcadia im Auftrag der National Anti-Demon Agency (NADA) Dämonen-Invasionen. In "Neverdead" wird er mit jenem besonders bösen Dämonenkönig konfrontiert, der ihn vor langer Zeit verfluchte.

Mit Schwert, Pistolen und Maschinengewehren legt der untote Dämonenjäger massenhaft Monster um. Als leichtes Handicap erweist sich dabei Bryces Assistentin Arcadia, die im Gegensatz zu ihm durchaus sterblich ist. Während Bryce praktisch nicht kaputtzukriegen ist und sich mit einer "Scheiß drauf!"-Einstellung in die Fights gegen die Dämonen werfen kann, muss er immer ein Auge darauf haben, dass der verwundbaren Arcadia nichts zustößt. Und statt Dankbarkeit für diesen Schutz zu zeigen, ballert sie Bryce bei einem Wutanfall schon mal ein paar Löcher in die Brust. Pfui!

Übrigens: Der Titelsong "NeverDead" wurde von der legendären Metal-Band Megadeth komponiert! 

Gameplay

"Neverdead" ist ein klassischer Third-Person-Shooter im Stile von "Devil May Cry". Wie der Titel "Neverdead" ja schon andeutet, ist die Unsterblichkeit von Dämonenjäger Bryce ein zentrales Element des Spiels. Da läuft der Untote mal eben durchs Feuer, geht in Flammen auf und setzt seine Gegner als lebende Fackel mit in Brand.

Laufend werden Bryces Gliedmaßen im Spiel abgetrennt. Was aber nicht weiter schlimm ist. Denn die Arme, Beine und auch den Kopf kann man jederzeit wieder aufsammeln. Das sieht dann so aus: Während Bryce auf einem Bein hüpft, ballert er beidhändig auf die Dämonen, bis er das fehlende Bein wieder an seinem Körper befestigt hat. Übrigens braucht man nicht befürchten, dass man im Laufe des Abenteuers irgendwelche Körperteile für immer verliert. Denn nach einer bestimmten Zeit kann man fehlende Gliedmaßen wieder per Knopfdruck aus dem Nichts entstehen lassen.

Screenshots aus Neverdead

Screenshots aus Neverdead

Man kann seine Körperteile aber auch als Waffe vewenden. So nimmt man einen Arm des Helden und schleudern diesen mitsamt einer daran befestigten Granate auf die Gegner. Oder man reißt Bryce den Kopf ab, um ansonsten unzugängliche Spielareale zu erkunden. Oder man lädt sich mit einer (für Normalsterbliche tödlichen) Dosis Strom auf, um elektrisch geladene Munition zu verschießen. Und, und, und...

Besonders aufpassen sollte man aber auf Bryces Kopf. Denn wenn dieser mal wieder über den Boden rollt, ist er leichte Beute für die Dämonen. Sobald der Kopf im Magen des Monterviechs landet, ist das Spiel vorbei. Im letzten Moment kann man diesen aber noch aus dem Bauch befördern, wenn man ein zu einem bestimmten Zeitpunkt auf einen bestimmten Knopf drückt.

Zum "Game Over" kommt es auch, wenn Bryces Assistentin Arcadia stirbt. Wird sie verletzt, dann muss man rechtzeitig zu ihr eilen und sie wiederbeleben. Das Spielende lässt sich aber ziemlich leicht verhindern. Immerhin erreicht man die zu Boden gegangene Arcadia recht einfach. Auch Bryces Kopf lässt sich noch recht unkompliziert aus den Monster-Mägen bugsieren.

Screenshots aus Neverdead

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Trotzdem wartet "Neverdead" mit einigen Frust-Momenten auf: Sobald Bryce etwa einen Arm oder ein Bein verliert, greifen die Dämonen umso vehementer an, so dass die anderen Körperteile auch gleich weg sind. Außerdem nervt die unzuverlässige Kamera-Optik, die in kritischen Momenten nicht selten die Sicht versperrt. Auch wird der Spielfluß gelegentlich durch die Trümmer gestört, die überall im Weg herumliegen und Bryce blockieren.

Die Boss-Gegner bieten ebenfalls Licht und Schatten. Während einige recht frustrierend sind, kommen andere bildschirmfüllende Monster ziemlich cool daher.

Fazit

"Neverdead" ist ein solider Third-Person-Shooter mit coolen Ideen - aber definitiv kein Spiel für Kinder. Wenn Bryces Arme und Beine mal wieder abgetrennt werden und sein Kopf am Boden herumrollt, sorgt das für schwarzhumoroge Momente, die nur den älteren Gamern erschließen. Fans der "Devil May Cry"-Reihe sollten definitiv mal probespielen.

Genre: Third-Person-Shooter

Hersteller: Konami

Für: XBox 360 und Playstation 3

Altersfreigabe: Ab 18 Jahren

fro

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