Jäger erwarten Rückkehr

Wölfe kommen zurück nach Niedersachsen

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Foto: Der europäische Grauwolf könnte im kommenden Jahr auch wieder in Niedersachsen heimisch werden.

Hannover - Seit mehr als einem Jahrzehnt gibt es wieder Wölfe in Deutschland. Zunächst schlug der Rückkehrer in der Lausitz auf, jetzt verbreiten sich von dort abwanderte Jungwölfe in ganz Deutschland. Auch in Niedersachsen könnte bereits im kommenden Jahr ein Rudel heimisch werden.

Bereits vom kommenden Jahr an können Wölfe nach Einschätzung der Landesjägerschaft in Niedersachsen wieder heimisch werden. „Der Wolf wird nach Niedersachsen zurückkehren, voraussichtlich zunächst in die Lüneburger Heide, wo er gute Lebensbedingungen vorfindet“, sagte Jägerschafts-Präsident Helmut Dammann-Tamke am Mittwoch in Hannover.

Eine Wölfin halte sich bereits nachweislich in der Heide auf. „Ab 2012 ist auch eine Reproduktion in Niedersachsen möglich.“ Die Zahl der Wölfe könne ähnlich schnell wie in der Lausitz anwachsen, wo ein Wolfspaar seit dem Jahr 2000 über Kinder und Kindeskinder für einen Nachwuchs von rund 160 Tieren gesorgt habe. Nicht alle dieser Wölfe aber hätten überlebt.

„Die Bevölkerung braucht sich um ihre Gesundheit keine Sorge zu machen“, betonte Dammann-Tamke. Es seien allenfalls Schafshüter, denen der Wolf zu schaffen machen könnte. Außerdem könnten Wölfe freilaufenden Hunden in der Natur den Garaus machen, sie betrachteten Hunde nämlich als Nahrungskonkurrenten. Am kommenden Dienstag will die Jägerschaft mit dem Umweltministerium eine Kooperationsvereinbarung für die Wiederansiedlung der Wölfe unterzeichnen. Für das Konzept hat die Jägerschaft bereits extra eine Wildbiologin angestellt.

Sorge bereitet den Jägern unterdessen der Bestand an Rebhühnern und Fasanen, der im Westen Niedersachsens teils besorgniserregend zurückgegangen ist. Ein Grund könne der zunehmende Maisanbau und der Wegfall von Stilllegungsflächen sein, die den Vögeln bislang als Rückzugsbereich gedient hätten. Die Jägerschaft habe eine Studie zur Erforschung der Bestandsrückgänge veranlasst. Keine beunruhigenden Veränderungen habe es beim Bestand an Gänsen, Hasen, Rehen und Hirschen gegeben.

Nach dem am Mittwoch vorgelegten Landesjagdbericht 2010 war die Zahl der von den Jägern erlegten Hasen, Kaninchen, Füchse, Dachse, Enten und Gänse rückläufig. Einen starken Zuwachs von 46,3 Prozent gab es indes bei Waschbären, 6409 der in Niedersachsen ursprünglich nicht heimischen Tiere wurden im vrgangenen Jahr abgeschossen. Einen Zuwachs erlegter Tiere gab es bei Rehen (133.382 Stück), Dammwild und Wildschweinen (55.295 Stück). Um 16 Prozent rückläufig war die Zahl der erlegten Hirsche.

dpa/sag

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