Brandenburg stellt Plan vor

Wölfe vor den Toren Berlins

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Foto: Ein Wolf streift durch ein Gehege im Wildpark Johannismühle bei Baruth/Mark südlich von Berlin. Der Wolf soll in Brandenburg dauerhaft heimisch werden.

Potsdam/Berlin - Streift demnächst neben dem Fuchs auch der Wolf durch die Straßen Berlins? Rund 25 Kilometer vor der Hauptstadt sind Wölfe schon gesichtet worden. Laut Brandenburger Landesregierung sollen die Tiere dauerhauft heimisch werden.

Der Wolf soll in Brandenburg dauerhaft heimisch werden. In nicht zu ferner Zukunft könnten in der Region 1000 Tiere leben, berichtete die „B.Z.“ vom Sonnabend unter Berufung auf einen Plan des Umweltministeriums in Potsdam. Demnach scheine es nur eine Frage der Zeit, bis ein Wolf auch durch die Straßen Berlins stromere. Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) wird den Plan am Donnerstag in Potsdam vorstellen. Das Regelwerk soll bis 2017 gelten. Es war im Dezember auf einer Fachtagung gebilligt worden.

Die Verfolgung des Wolfes führte im 18. und 19. Jahrhundert in weiten Teilen Europas zu seiner Ausrottung. In Deutschland war offiziell 1904 der letzte frei lebende Wolf in Sachsen erlegt worden. Die Raubtiere kehren seit etwa 20 Jahren von Polen nach Deutschland zurück. Nach Schätzungen lebten hier im vergangenen Jahr 100 bis 120 Exemplare. Die Tiere wurden unter anderem in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Niedersachsen gesichtet oder nachgewiesen.

Nach Schätzungen des Umweltministeriums in Potsdam leben derzeit in der Mark 75 bis 90 Wölfe. Sie sind streng geschützt, sorgen aber auch für Konflikte zwischen Landwirten und Tierschützern. Wie die „B.Z.“ schreibt, rissen Wölfe im vergangenen Jahr zwei Kälber, 14 Damhirsche und 49 Schafe. Der Schaden soll bei rund 7000 Euro liegen.

Einzelne Wölfe wurden kürzlich 25 Kilometer vor Berlin gesehen. Ein Tier schaffe in einer Nacht bis zu 70 Kilometer, sagte der Artenschutzbeauftragte Andreas Pila der Zeitung.

dpa

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