Infektionskrankheit

Zahl der Lepra-Erkrankungen nimmt leicht zu

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Weltweit sind mehr als 230.000 Menschen an Lepra erkrankt.

Würzburg - Weltweit sind wieder mehr Menschen an der Infektionskrankheit Lepra erkrankt. Wie die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) in Würzburg mitteilte, ist die Zahl der Neuerkrankungen im Jahr 2011 ersten Schätzungen zufolge auf mehr als 230.000 angestiegen.

Im Jahr zuvor waren es noch rund 2000 weniger. Bislang haben erst knapp 100 Länder ihre aktuellen Zahlen an die Weltgesundheitsorganisation WHO gemeldet.

Unter den noch ausstehenden Ländern seien Äthiopien, Nigeria und Tansania, in denen es 2010 allein fast 11.000 Neuerkrankungen gab. In Indien und Brasilien werden nach DAHW-Angaben die meisten Neuerkrankungen registriert. In Europa ist Lepra seit fast 100 Jahren ausgerottet.

Statistisch gesehen gilt die Krankheit der DAHW zufolge in 119 von 122 betroffenen Ländern als eliminiert. Das bedeute, dass es weniger als einen Fall unter 10.000 Menschen gebe. DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm warnte jedoch davor, die Krankheit deshalb weiter aus dem Fokus der Gesundheitspolitik zu nehmen. „Wenn Berlin 350 Lepra-Patienten hätte, wäre die Krankheit dort trotzdem eliminiert“, sagte Kömm.

Es müsse auch künftig in Forschung und Behandlung investiert werden. Denn die Krankheit gebe noch immer viele Rätsel auf. So sei der Übertragungsweg noch immer nicht sicher geklärt. Auch gebe es noch keinen Labortest für Lepra und keinen Impfstoff. Die DAHW fürchtet, dass das Fachwissen zur Diagnose und Behandlung der Lepra in vielen Ländern abnimmt und die Fallzahlen deshalb weiter steigen werden.

Lepra ist eine chronische Infektion der Haut, der Schleimhäute und der Nervenzellen. Die Krankheit wird durch Bakterien ausgelöst. Sie kann zu Geschwüren und Wunden sowie zu Verkrüppelungen und Behinderungen führen. Heute gilt Lepra als heilbar. Am 27. Januar jährt sich der Welt-Lepra-Tag zum 60. Mal.

dpa

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