Weltraumsonde

Zielkomet sieht aus wie Gummi-Ente

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Foto: Die Raumsonde „Rosetta“ will sich mit dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenk treffen, der wie eine Gummiente aussieht.

Darmstadt - Seit Jahren rast Europas Weltraumsonde „Rosetta“ zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko. Kurz vor dem Treffen herrscht nun Aufregung: Er sieht anders aus als erwartet. Die Landung dort wird noch heikler.

Gummi-Ente statt Kartoffel: Kurz vor der heißen Phase der „Rosetta“-Mission überrascht das Aussehen des Zielkometen die europäische Weltraumagentur Esa. 67P/Tschurjumow-Gerassimenko bestehe aus zwei Teilen, die aneinander haften - sei also nicht wie bisher gedacht ein Stück, sagte der Kometen-Experte der Esa, Detlef Koschny, am Donnerstag im niederländischen Noordwijk. „Er erinnert eher an eine Gummi-Ente statt wie angenommen an eine langgezogene Kartoffel.“ „Rosettas“ Kamera „Osiris“ machte die Fotos nach Angaben der Esa aus etwa 12.000 Kilometern Abstand.

Demnach könnte die Flugroute von „Rosetta“ noch einmal überprüft werden. Außerdem scheine die Oberfläche des vermutlich drei mal fünf Kilometer großen Himmelskörpers rauer zu sein als erwartet. „Das macht die Landung des Gerätes „Philae“ auf dem Kometen nicht leichter“, meinte Koschny.

Kometen bestehen aus einer Mischung aus Stein, Eis und Staub und werden vom Aussehen her mit schmutzigen Schneebällen verglichen. Sie sollen Urmaterie vom Beginn des Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren enthalten. Die Esa-Wissenschaftler hoffen, mit dieser Mission einen Blick in dessen Entstehung werfen zu können.

„Rosetta“ soll den Kometen am 6. August erreichen. Bei dem Rendezvous soll sie sich ihm auf bis zu 100 Kilometer nähern. Das mittransportierte Minilabor „Philae“ soll dann im November darauf landen - eine nach Esa-Angaben nie dagewesene Aktion.

Die Weltraumsonde ist schon seit zehn Jahren im All. „Rosetta“ war am 2. März 2004 mit einer Ariane-5-Rakete von der Weltraumstation Kourou in Französisch-Guayana gestartet. Nach 957 Tagen in energiesparendem Tiefschlaf wurde sie im Januar 2014 wieder geweckt. Das Ende der Mission ist für Dezember 2015 geplant.

dpa

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